Pixeldiskurs-Podcast #133 – Google Stadia: Casual Revolution 2.0?

Im Laufe der Jahrzehnte ist die Einstiegshürde digitaler Spiele stetig gesunken. Im Gegensatz zu den Frühzeiten des Mediums braucht es keine informatische Ausbildung mehr. Dank der Heimkonsolen ist die Technik kompakt und nahezu unsichtbar. Zuletzt erlaubten Smartphones schließlich den Zugang zu einer umfassenden Welt der Spiele mit einem Fingerdruck. Google verspricht mit seiner Streaming-Plattform Stadia nun hochqualitative Spiele auf nahezu jedem beliebigen Gerät zugänglich zu machen. Steht uns der nächste Schritt einer Casual Revolution bevor?

Außerdem geht es um Apple Arcade, die neue Video-Show State of Play und unsere ofenfrische Patreon-Kampagne.

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Inhalt:

00:00:00 – 00:31:26 Spielewoche
00:31:26 – 01:04:55 Presseschau
01:04:55 – 01:47:24 Thema der Woche
01:47:24 – 01:56:39 Hörerkommentare

Shownotes:

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Über Tobias Klös

Tobias Klös (tk), M.A. Erziehungs- und Bildungswissenschaft, ist seit 2016 Co-Host des Pixeldiskurs-Podcasts. Im Bereich der Game Studies interessiert er sich für Game-Based-Learning, Gamification, Kulturindustrie und die Räumlichkeit digitaler Spiele.

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Über Stefan Heinrich Simond

Stefan Heinrich Simond (shs) publiziert und unterrichtet im Bereich der Game Studies am Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg. Er promoviert zur Konstruktion psychischer Krankheiten und psychiatrischer Institutionen in digitalen Spielen, ist Chefredakteur bei pixeldiskurs.de und hostet den wöchentlichen Pixeldiskurs-Podcasts.

3 comments

  1. Der Malefiz-Schachzug von Google?

    Im Brettspiel “Malefiz” gibt es oft die Wahl, entweder mit seiner Figur weiter zum Ziel zu Laufen oder dem Gegner einen Stein in den Weg zu legen. Könnte es sein, dass Google mit seiner Streamingplattform “Stadia” der Konkurrenz und neuen Firmen, wie beispielsweise “Shadow”, “Parsec” oder “Liquidsky” das Wasser abgraben will? Im Streamingbereich entstehen jede Menge Start-ups, und wenn diese dann ihre Ideen dem Geldgeber pitchen, um weiter wachsen zu können, lautet die Antwort: Sorry, Google ist schon da.
    Außerdem müssen bereits etablierte Streaming-Plattformen wie Netflix daran gehindert werden, ihr Geschäftsmodell zu erweitern. Ich meine interaktive Filme (Black Mirror: Bandersnatch) sind nicht weit weg vom interaktiven Youtube-Channel.
    Das bedeutet Googles “Stadia” könnte ein Malefiz-Steinchen sein, das in erster Linie noch nicht einmal großen Gewinn machen soll. Die Server, die dafür bereitstehen, können sicher für tausend andere Services von Google genutzt werden, es ist also wenig Risikokapital notwendig. Aber man blockiert den Markt und andere Geschäftsideen mit diesem Zug. Und wenn dabei noch Gewinn abfällt und man die eigene Youtube-Plattform gegenüber Twitch stärker positionieren kann, umso besser. Und Daten über Nutzer? Ein Mega-Geschenk obendrauf. Außerdem könnte man ja auch argumentieren, dass es wichtig ist für Google einen Fuß in der Streaming-Tür zu haben, wenn man an Microsoft, Apple, Sony, Valve und Amazon denkt.

    Auswirkungen auf die Spielekultur?
    Mods könnten aussterben? Counterstrike, PUBG, DOTA… keine Ahnung, was dann alles niemals existieren wird. (Argument s. The Pod Magazin #51) Führt Stadia zum Aussterben der Stores, billigen Keys und alternativen Handelsplattformen? Wird es mehr Kommunikation zwischen Gamern geben? Mehr Interaktionsmöglichkeiten? Oder kann die Paywall so hoch werden, dass sie viele Spieler ausschließt? Mitreden und mitinteragieren darf nur der, der auch bezahlt? Wie teuer wird für die Gamer der Internetzugang, der ja Voraussetzung für das System ist? Funktioniert das überhaupt in Deutschland ohne Glasfaser? Kann man dann noch gebrauchte Spiele oder Technik kaufen? Wird “Stadia” ganz neue Spielkonzepte und Events ermöglichen? Neue Start-ups? Was ist “Stadias” Entwicklerplattform? Darf da jeder mitmachen? Oder ist das wieder etwas, das Innovationen beispielsweise im Indiebereich blockiert oder erst ermöglicht? Gamer, die Technik kaufen, sind ein Markt – was passiert, wenn dieser wegfällt? Wird dann nur noch für Streamingdienste die notwendige Hardware entwickelt? Macht es dann beispielsweise überhaupt noch Sinn neue Grafikkarten auf den Markt zu bringen, die ja auch in ganz anderen Bereichen der Forschung und Entwicklung eine wichtige Rolle spielen? Und was ist mit sowas wie Case Modding? Und bei dem Gedanken an Werbeeinblendungen während dem Spielen, bekomme ich einfach nur Angst um mein Hobby.

    Zusammenfassung: Es wird sich zeigen, ob “Stadia” ein Fortschritt oder ein Klotz am Bein wird. Das liegt alles daran, wie offen “Stadia” sein wird. Also Asteroid oder neue Sonne am Himmel? Aktuell wissen wir nichts. Warten wir’s ab. Wir müssen es nehmen wie es kommt.

    Eure Strohi

    Quellen:
    https://shadow.tech/dede
    https://liquidsky.com/
    https://parsecgaming.com/
    Siehe auch: heise online (21.12.2018): Windows für 3 Euro, Cloud-Rechner statt Desktop, der Alexa-GAU | c’t uplink 25.4, URL: https://www.youtube.com/watch?v=FMoCFoHLqik
    Siehe auch: The Pod (22.03.2019): The Pod Magazin #51, URL:
    https://www.gamespodcast.de/podcast/the-pod-magazin-51/
    Siehe auch: The Pod (31.03.2019): Runde #208: Wird ab jetzt gestreamt? Frontbericht von der GDC (ft. Ralf Adam), URL: https://www.gamespodcast.de/podcast/runde-208-wird-ab-jetzt-gestreamt-frontbericht-von-der-gdc-ft-ralf-adam/

  2. Hey ihr beiden, bin zufällig auf euren Post hier als Stadia Fan gestoßen.
    Interessante Denkanstöße, auch der lange hier von Herrn Strohi.

    Wollte daher etwas zu der Diskussion beitragen. Eventuell hilfts dem einen oder anderen bei der Suche nach Informationen.
    Zusammengefasst von einigen „fast“ sicheren Quellen:

    Google Stadia wird ca. eine Bandbreite von mind. 25 mbit voraussetzen. Deutschland besitzt im Schnitt ca. 22 mbit ergo, einige von uns werden das System nicht verwenden können.
    Die Gaming Plattform soll laut Analysten ca. 500 Spiele anfangs zur Verfügung stellen müssen, damit der Markt die Plattform annimmt. Der Preis sollte dabei nicht mehr als 15 € kosten.
    Die ersten Zugänge sollen im Sommer in Europa zur Verfügung gestellt werden.
    Titel wie Doom, Assassins creed und eventuell sogar Cyberpunk 2077 sollen spielbar sein.
    Stadia wird auf Linux Basis laufen und auch Vulkan verwenden.

    Wie gesagt ist alles nicht so 100% sicher, einiges wird sich bestimmt noch ändern. Ich hoffe dennoch das ich euch ein wenig helfen konnte.
    Quelle: https://www.stadia-gaming.de/

    PS: Euer Patreon Kampagnen Link ist leider gelöscht 🙁 Führt zu einer 404 Seite.

    1. Vielen herzlichen Dank für deine Ergänzungen und Einschätzungen! Einzig bezüglich des Preises bin ich unsicher – immerhin muss es sich für die Studios und Publisher ja rentieren und daher vermute ich stark, dass die einzelnen Titel einen separaten Kauf erfordern. 15€ allein für die Nutzung des Dienstes erscheint mir aber sehr realistisch.

      Und ja, wir sind mit unserer Kampagne mittlerweile umgezogen zu Steady, was im Grunde genauso funktioniert wie Patreon. Falls du daran interessiert sein solltest, uns zu unterstützen: https://steadyhq.com/de/pixeldiskurs

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