Liebes Internet: Ein offener Brief an ein Medium

Liebes Internet,

Du machst mich oft glücklich und traurig zugleich. Ich verbringe täglich Stunden mit Dir, ertränke meinen Durst nach Information, Kommunikation und Unterhaltung in deinen Quellen. Ich scrolle und klicke, poste und like mich durch deine unbeherrschbare Vielfalt. Ich habe Hoffnung, Zeit und Leidenschaft in Dich investiert. Und manchmal, da nimmt es überhand. Ich muss mich überwinden und Dir einen Brief schreiben.

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When the beat kicks in…

Composing, Scoring, Licensing: Es gibt viele Wege, Games klanglich zu gestalten. Und langsam scheinen Musik- und Videospielkultur zueinander zu finden. Vor allem auch dann, wenn es um die auditive Gestaltung von Spielen geht, die nicht gleich ihr gesamtes Spielprinzip auf Musik aufbauen. Vollzieht sich da eine Entwicklung, die den Fortschritt im Sounddesign beleben könnte?

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Abend der offenen Tür im GameLab

Um sowohl Studierende wie Unterrichtende der Philipps-Universität Marburg auf das GameLab inklusive Kolloquium aufmerksam zu machen, haben wir am Donnerstag, dem 12. Dezember 2013, einen Abend der offenen Tür ausgerichtet. Eingeladen waren erstmal nur die Institute für Medienwissenschaft und Kunst, Musik und Medien.
Trotz des eher internen Charakters wollen wir euch ein paar qualitativ grenzwertige Schnappschüsse nicht vorenthalten, damit ihr euch eine Vorstellung davon machen könnt, wie es eigentlich in einem Videospiellabor so aussieht.

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Remember Me: Eine aufklärerische Kurzrezension

Mensch, wenn der George das sehen könnte. Die Erinnerungsfetzen flackern noch wirr vor ihren Augen als sie selbige vorsichtig zu öffnen wagt.

„Wie ist dein Name?“

Sie stützt sich auf ihre Ellebogen, atmet kraftlos.

„Dein Name! Sag mir deinen Namen!“

„Nillin“, haucht sie.

„Welches Jahr haben wir?“

„Ich weiß es nicht.“

Es ist 2084 und Dontnod Entertainment verlegt Georges dystopische Vision noch einmal hundert Jahre in die Zukunft. Als hätte die Bevölkerung von Neo-Paris nicht schon genug mit dem Wiederaufbau der verfallenen Großstadt zu tun, dominiert der MEMORIZE-Konzern auch noch den Markt der jetzt nicht mehr ganz so freien Gedanken. Erinnerungen sind zu einem Suchtmittel verkommen und abgesehen von ihrem Namen hat Nillin keine einzige mehr.

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Adventure mit Hirn: Stick It To The Man

Es war wirklich nicht so dramatisch, als Ray einen Hammer auf den Kopf bekam. Leichte Kopfschmerzen, besser mal den Rest des Tages frei machen. Doch als er auf dem Heimweg von einem mysteriösen Artefakt, das vom Himmel fällt, getroffen wird, verändert sich seine Wahrnehmung doch dezent. Er wacht aus einem komatösen Schlaf auf und die Welt kommt ihm so zweidimensional vor. Was sie auch ist…ein bisschen. Eine pinke Spaghetti-Hand glibbert aus seiner Schädeldecke und ermöglicht ihm, die Gedanken anderer Leute zu lesen und Gegenstände wie Sticker an unterschiedliche Oberflächen zu kleben.

StickItToTheMan_Hero

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Indieperle: Gone Home

Gone Home ist nicht nur – wie der Titel es sagt – eine Geschichte über das nach Hause Kommen. Es ist eine Geschichte über das Ankommen, über das Erwachsenwerden. Ergreifend und aufwühlend. Es ist das Erstlingswerk der Indie-Schmiede The Fullbright Company und es fordert geradezu heraus, über es zu schreiben. An dieser Stelle sei kurz gesagt, dass im folgenden gespoilert wird. Also gilt: Erst spielen, dann lesen.

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WASD #3 – Eine skandalöse Buchrezension

WASD #3

Die dritte Ausgabe des stylischen Bookzines ist kürzlich erschienen. Unter dem Titel „Skandal!“ vereint Chefredakteur Christian Schiffer kritische, feuilletonistische, analytische, kreative und humoristische Beiträge renommierter AutorInnen wie Christian Schmidt, Rike Campen und Thomas Lindemann – eingebettet in ein brilliantes und nicht zu Unrecht mit dem European Design Award 2013 ausgezeichnetes Design.

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Flash-Tipp: Every Day The Same Dream

Jeden Tag schalten wir verschlafen den Wecker aus und schälen unseren übernächtigten Körper aus den Kissen. Jeden Tag werfen wir uns ein mehr oder weniger generisches Outfit über, Frühstück, ein kurzer Abschiedskuss. Jeden Tag klicken wir tausendfach auf Computermäuse, lochen, heften ab, archivieren, dokumentieren. Jeden Tag sinken und fallen die Kurse, leiern die Radios, summen die Motoren. Jeden Tag synchronisieren wir uns mit den Maschinen. Jeder Tag gleicht jedem anderen, jeder Mensch jedem anderen. Jeden Tag haben wir den gleichen Traum.

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Gedanken zu Videospielen: Is it (obviously) a men’s world?

Blau für Jungs, Rosa für Mädchen. Spielzeugpistolen und ferngesteuerte Autos für Buben, Puppenhäuser, Barbies und Schminke für kleine Fräuleins: Zuschreibungen, die vermutlich schon vor Äonen tief in den Köpfen vieler Menschen gewurzelt haben. Zuschreibungen, die noch heute gelten. Zuschreibungen, die allerdings einmal gründlich überdacht werden sollten. Ich sträube mich dagegen, dass Mädchen schon früh in die Schublade PINK! PONIES! FEEN! SHOPPING! EINHÖRNER! GLITZER! NOCH MEHR PINK! UND PLÜSCH! einsortiert werden. Natürlich hat jeder seine Interessen. Und natürlich gibt es Frauen und Mädchen, die auf eben jenen Kram absolut abfahren. Aber das Ganze sollte irgendwo auch Grenzen haben. Denn diese frühe, strikt geschlechtsspezifische Prägung, im Fall von Mädchen auch Pinkification genannt, trägt systematische Züge und vermittelt Rollenvorbilder, die vielleicht nicht ganz unzweifelhaft sind.

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