Pixeldiskurs #166 – Indie-Games zwischen Authentizität und Antimodernismus (mit Jesper Juul)

Indie-Games sind beständigen Konflikten und Widersprüchen ausgesetzt. Sie beanspruchen eine Demokratisierung der Spielkultur und wollen sich zugleich vom Massenmarkt abgrenzen. Sie streben nach Progressivität und sind zugleich nostalgisch. Sie fordern mehr Diversität für die Branche und bringen zugleich eine Fixation auf konventionelle Autoren-Figuren mit sich. Wir haben Jesper Juul zu Gast, der in seinem kürzlich erschienen Buch Handmade Pixels. Independent Video Games and the Quest for Authenticity all diese Themen ausführlich behandelt.

Außerdem geht es um die aktuelle Pre-Season von League of Legends, den deutschen Computerspielpreis und die Eisenschmiede.


Inhalt:

00:00:00 – 00:22:48 Spielewoche
00:22:48 – 00:50:14 Presseschau
00:50:14 – 01:39:33 Thema der Woche

Shownotes:

Titelbild: https://fm4.orf.at/stories/2991660/

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Über Stefan Heinrich Simond

Stefan Heinrich Simond (shs) publiziert und unterrichtet im Bereich der Game Studies am Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg. Er promoviert zur Konstruktion psychischer Krankheiten und psychiatrischer Institutionen in digitalen Spielen, ist Chefredakteur bei pixeldiskurs.de und hostet den wöchentlichen Pixeldiskurs-Podcasts.

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Über Natascha Balduf

Natascha Balduf (nb) hat an der Justus-Liebig-Universität Gießen im Master Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaft studiert und promoviert gegenwärtig am Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg zur Darstellung geschlechtlicher Körper in digitalen Spielen.

5 comments

  1. David Cage ist doch das glatte Gegenteil von einem Auteur. Nicht nur dass er auf interaktiver Ebene gar nichts Neues oder Hervorhebenswertes macht. Nein, selbst auf filmischer und narrativer Ebene kopiert er nur Altbekanntes.
    Ähnlich wie Peter Molyneux schadet er dem Auteur in diesem Medium enorm, weil so ein komplett falsches Bild von der Kunstform Video-Spiel gezeichnet wird.

    1. Abgesehen davon, dass ich dir bezüglich David Cage nicht zustimmen würde, verwenden wir den Begriff ‚auteur‘ vermutlich unterschiedlich. Für mich liegt nichts Normatives darin, sondern es geht eher um die Prävalenz der Idee eines auteurs. David Cage kann ja noch so wenig innovativ sein, aber allein die Tatsache, dass wir die Qualität von Titeln wie Heavy Rain oder Detroit: Become Human ihm als ‚kreativem Kopf‘ zuschreiben, macht ihn zum auteur. Mein Beispiel im Interview mit Jesper Juul bezog sich daher vor allem darauf, dass David Cage sich selbst als auteur ’seiner‘ Spiele inszeniert.

  2. Uff schon über 80 Folgen her, dass ich kommentiert habe (zuletzt #81).

    Sehr interessantes Gespräch mit Jesper Juul. Kritik habe ich in Bezug auf das Narrativ des „push“ von marginalisierten Identitäten bzw. Gruppen, da es sehr nah an die Capital-G Gamer verbreitete Erdzählweise des Aufzwängens von „Diversity“ geht. Ich geb dir den benefit of the doubt, dass das nicht in deiner Absicht lag, wollte es aber trotzdem anbringen. Gut, fand ich die Hervorhebung des (scheinbaren) Paradox von Vielfalt in Bezug auf Indie-Entwickler*innen und Mainstream, auch in Bezug wer wie Anerkennung erfährt. Ich bin kein Kenner der Auteur-Theorie im spezifischen, aber mich würde interessieren ob im Indie-Bereich da auch stärkere Bewegungen gibt dass das Subjekt nicht so betont, sondern eher das Team? Ist dazu was im Buch?

    Zum Thema AAA Indie wollte ich hier auch noch eine (kleine) Anmerkung machen: Zum ersten Mal ist es mir 2013 bei dem Spiel Interstellar Marines begegnet und diese haben wohl seit Mitte 2009 den Begriff verwendet. Ich frage mich inwieweit der Begriff (und das Konzept) unabhängig aufgekommen ist oder eben gereist ist. Hier von der Wayback Machine (da die Homepage inzwischen offline ist) ihre Definition: https://web.archive.org/web/20090519204915/http://www.interstellarmarines.com/indie/

    Es wird (!) seit 2005 entwickelt und ist immer noch im Early Access: https://en.wikipedia.org/wiki/Interstellar_Marines. Vielleicht ist die Geschichte der Entwicklung ja interessant. Ich schau ab und zu mal rein.

  3. Kleine Korrektur zum DCP 2019: Moderiert hat nicht Barbara Schöneberger, sondern Ina Müller. B. S. hat die Jahre zuvor zwar spielefern, aber doch kompetent moderiert, während I. M. mit rassistischen, fatshamenden und anderweitig geschmacklosen Witzen den Eklat erst wirklich ausgelöst hat (an deninhaltsleeren Reden und Sticheleien der Politiker*innen hätte man sonst vielleicht durchaus vorbeisehen können, wäre ja auch nicht das erste Mal gewesen).

  4. Ich würde zugerne die Gesichter der DCP Gäste sehen, wenn Stefan ankündigt nun zum Übergang zwischen zwei Showelementen jetzt ein selbskomponiertes Stück vorzutragen <3

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