[Let’s Learn] Game Studies | 003 | Game of Thrones und Transmedia Storytelling

Let’s Plays und Commentaries bilden mittlerweile einen wesentlichen Bestandteil des Angebots von Online-Videoportalen. Doch warum nur zeigen und oberflächlich über Gameplay und Story reden, wenn man währenddessen anhand von Beispielen auch Grundlagen der Game Studies erklären kann?

In Episode 003 versucht Dan, euch mit Telltale Games‘ „Game of Thrones“ das „Transmedia Storytelling“, das Henry Jenkins 2007 beschrieb, näher zu bringen. Wie schaffen es Bücher, Videospiele und Fernsehserie, Westeros zu einem Narrativ zu verbinden, dessen Lücken zu füllen, und welche Rolle spielen dabei Rezipienten?

Ohne Umschweife geht es direkt „in ludo res“.

Bronzemann und Elohim – Wenn Metaphysik, Philosophie und Menschsein im Spiel eins werden.

The Talos Principle

Während an den anderen Anspielstationen am Stand von Devolver Digital pixelige Explosionen aufleuchten, Blut in alle Richtungen spritzt und Pixelfiguren über Abgründe springen, steht an einer jemand, der nicht 8-Bit-Grafik und Highspeed-Gameplay präsentiert. Ganz im Gegenteil: Als Co-Writer für das kroatische Entwicklerteam Croteam will Jonas Kyratzes, der bereits die Geschichten hinter Titeln wie z.B. The Sea Will Claim Everything und The Book Of Living Magic schrieb, mit der philosophisch motivierten Geschichte eines 3D-Puzzlers überzeugen.

Wie ihm dies gelingt, erfahren Sabrina Strecker und Dan Heck beim Anspielen von The Talos Principle. Ein Transkript-Auszug über Metaphysik, Philosophie und das Wesen des Menschen – viel zu schade, um gekürzt zu werden.

Weiterlesen

Interstellare Ethik

Manchmal bin ich unentschlossen. Ignoriere ich den Wecker, oder wälze ich mich aus dem Bett? Schmiere ich Marmelade oder einen Haselnuss-Nugat-Papp auf mein Brötchen? Star Wars- oder Band-Shirt? Aber es gibt seit Kurzem tiefschürfendere Fragen in meinem Leben. Kann ich es zum Beispiel mit meinem Gewissen vereinbaren, eine Geisel anzuschießen? Werde ich nachts schlafen können, nachdem ich meinem Hund eine Injektion verpasst habe, die ihn töten könnte? Und kann ich es riskieren, dass meinem treuesten Freund der Arm abgehackt wird?

Ich kann. Und die Tatsache, dass das Spiel, welches eben diese Konflikte aufwirft, mein Nutzen kalkulierendes Denken weckt, fordert und es vor allem unabdingbar macht, Opfer zu bringen und zu bestimmen, packt mich am meisten.

Gods Will Be Watching stellt vor die Wahl: Reinen Gewissens scheitern, oder moralisch zweifelhaft gewinnen.
Weiterlesen

Unbunt – und unrund.

Eigentlich hätte ich gerne mehr erfahren über den Helden Monochromas, den Jungen mit dem roten Schal und der Ballonmütze. Was bringt ihn dazu, seinen verletzten und verängstigten kleinen Bruder Meter um Meter Huckepack zu tragen, weg von Zuhause? Warum lebt er in einer dystopischen Welt, die so trist, technisch und totalitär erscheint; und was macht diese Welt aus? Aber eine andere grundlegende Frage drängt sich immer wieder schmerzlich in mein Bewusstsein. Und die beschäftigt sich mit der Welt außerhalb des Spiels: Wie habe ich es vermeiden können, meinen PC aus akutem Frust aus dem Fenster zu werfen?

Weiterlesen

Wollt ihr den totalen Sale?!

Sommerabenteuer

Es ist Krieg. Schon wieder. Aber digital. In 8-, 16-, 32-Bit-Grafiken, mit 64-Bit-Unterstützung und in 1080p. Und ich habe das Glück, ihn aus der Distanz betrachten zu dürfen, abwarten zu können, zu lauern. Jedoch ist mein Nervenkostüm mittlerweile dünn geworden. Mein Finger liegt auf der linken Maustaste. Ich warte. Bin bereit, zuzuschlagen. Mich kopfüber in die Schlacht zu stürzen. Mein Arsenal ist gefüllt. Seit Tagen. Ich habe mühselig aufgerüstet. Und das alles zermürbt. Immer wieder überprüfe ich meine Kommunikationskanäle, um kein noch so unwichtige Information zu verpassen. Willkommen im Dschungel. Wo Charlie, und Uncle Sam, sogar Iwan und Fritz gemeinsam surfen, dennoch jeder für sich ist und das Gefühl des finanziellen Ausbrennens gleich dem Napalmduft am Morgen durch die Luft wabert. Willkommen in der Hölle. Es ist Full. Metal. Steam-Sale.

Weiterlesen

Mit der Fresse in den Pixel-Dreck

ASM - Titel

Der Verwalter fordert deinen Wohnungsschlüssel zurück, weil du noch immer blank bist und schon wieder nicht die Miete bezahlt hast. Was würdest du tun?
Das Leben eines Freundes kann nur gerettet werden, wenn du das Leben eines Fremden gefährdest. Was würdest du tun?
Die Liebe deines Lebens tritt vor den Traualtar – ohne dich, weil alles, was du hattest, zerbrochen ist. Was würdest du tun?

Als ich Always Sometimes Monsters via Steam auf meinem PC installierte, hatte ich keine Ahnung, dass dies grundlegende Problemstellungen sind, mit denen ich mich in den folgenden Stunden zu beschäftigen hatte. Meine Ansichten über ein Indie-PC-Rollenspiel, das im 16-Bit-Retro-Gewand moderner daherkommt als mancher Top-Notch-Titel.

Weiterlesen

Nutze den Tag! Verschwende deine Zeit?

The Plan- Logo

23 Jahre vor dem Nullpunkt unserer Zeitrechnung schrieb ein römischer Dichter seine Ode „An Leukonoë“. Während der Eine oder Andere vielleicht schon mal von Horaz gehört haben mag, entzieht sich der Inhalt seines aus dem ersten Lyrikbuch stammenden Gedichts wohl sicher den Meisten. Könnte man zumindest denken – doch der Sinnspruch Carpe Diem wurde durch die Jahrhunderte transportiert, als Nutze den Tag! ins Deutsche transferiert und in Form von YOLO als Jugendwort des Jahres 2012 propagiert. Am Schluss wird der Kerngedanke sogar genommen, in studentischen Poetry Slams verwurstet und inflationär-viral ins Internet gespien, um Likes zu generieren und (in mir persönlich) Widerwillen zu wecken.

Aber was haben der ursprüngliche Appell eines antiken Römers und moderne Game Studies gemeinsam? Alles kann sich kreativ in einem einzigen Spiel vereinen und sowohl zum Nachdenken als auch zum Handeln anstiften.

 

Weiterlesen

Spannungsmoment Untätigkeit

DayZ - Banner

Im richtigen Leben verbringe ich einen Teil meiner Freizeit oft scheinbar untätig herumsitzend und beschränke meine Bewegungen auf Tastendruck und Mausklick. Virtuell renne ich Marathondistanzen, robbe durch den Matsch, schärfe meine Sinne, suche den Kick in schnellen Bildabfolgen. Bis vor kurzem. Denn seitdem liege ich auch in einem Computerspiel scheinbar untätig herum. Und habe in einer virtuell-dystopischen Umwelt ganz reale Angst.

Weiterlesen