Pixeldiskurs auf dem tinypalace Games-Festival

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Als im April das tiny collective an uns heran trat mit der Frage, ob wir uns nicht an ihrem kleinen Indie-Games-Festival beteiligen wollen, fand ich das eine gute Chance, mich zum ersten Mal im Rahmen von Pixeldiskurs einzubringen. Jedoch wollte ich mehr als die üblichen Vorträge und suchte so nach einem alternativen Ansatz der Beteiligung.

Zunächst galt es zu klären, was das tinypalace Festival ist und was es sein will. Kurz zusammengefasst: Es ist ein Games Festival, das Computerspiele zeigen will, die Ausdruck einer politischen, gesellschaftlichen und/oder künstlerischen Haltung sind, ohne kommerzielle Interessen. Dazu gibt es Workshops und Talks rund um das Thema. Dieses Festival fand nun letztes Wochenende, in der temporären Ausstellungsplattform Interim am Kasseler Hauptbahnhof statt. Kuratiert von Studierenden der Kunsthochschule Kassel. Unser Beitrag bestand aus einer Installation zum anfassen, entdecken und nachdenken: Die „Achievement-Machine“.

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Life Goes On: Done to Death Time?

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Seit Anbeginn zählt der digitale Tod zu einem zentralen Strukturmerkmal des Computerspiels. Die Formen zu sterben variieren dabei immens und auch die Funktionen, die der Tod im jeweiligen Spiel erfüllt, sind verschiedene. Als Funktion kann der Tod zum einen als narratives Mittel, wie z. B. auch in Fernsehserien – man denke nur an Game of Thrones oder The Walking Dead, eingesetzt werden oder zum anderen Teil der Spielmechanik sein. Auf eine ebensolche Spielmechanik setzt das nun für die Playstation 4 erschienene Life Goes On: Done to Death (Infinite Monkeys Entertainment), wenn man sich von Level zu Level stirbt, um den Gral des Lebens zu erreichen. Dieser Umstand, den digitalen Tod nicht als Strafe zu betrachten, hat mich dazu gebracht, meine kürzlich aufgestellte Theorie der Death Time zu überdenken, was im Folgenden anhand von Life Goes On: Done to Death geschehen soll. Zunächst möchte ich allerdings erklären, was ich unter Death Time verstehe. Weiterlesen

Tiny Palace – Ein alternatives Games-Festival in Kassel

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Vom 20.-22. Mai findet im Interim Kassel ein alternatives Games-Festival mit dem Titel Tiny Palace statt. Da finden sich dann Menschen zusammen, die Kunst machen, die über Spiele schreiben und auch welche, die Spiele entwickeln. Einen Gamejam soll es geben und spannende Vorträge sowie Diskussionsrunden. Und eine „Parrrr(~^_^)~rrty“.

Heiko Schmelz (seines Zeichens Mitglied des Marburger Game Studies-Kolloquiums und Installationskünstler) wird dort mit einer mysteriösen Achievement Machine vertreten sein, deren nähere Funktion unter strenger Geheimhaltung steht. Und Stefan Simond (seines Zeichens Verfasser dieser Zeilen und von sich zwecks professionellem Klang in der dritten Person sprechend) wird sich anhand der Achievement Machine ein paar Notizen zum Thema Belohnungskultur machen und diese dann vortragen, damit eine rege Diskussion entsteht, inwiefern das beständige Verlangen nach ‚Achievements‘ unsere Beziehung zur Welt beeinflusst.

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Pixeldiskurs-Podcast #1 – Comeback

Wir sind zurück! Sophie Bömer und Stefan Simond stellen euch das neue Podcast-Konzept vor. Unter anderem geht es um feministische Kritik, die Beerdigung der PS2 und natürlich um Jan Böhmermann. Gast diesmal: Annika Simon.

 

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Buchveröffentlichung: „Playing in-between – Intermediale Aspekte zeitgenössischer Computerspielpraxis“

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Es folgt ein wenig Werbung in eigener Sache.

Seit wenigen Tagen ist der Sammelband „Playing in-between – Intermediale Aspekte zeitgenössischer Computerspielpraxis“ im Handel erhältlich. Das Besondere daran ist, dass der Großteil der Beteiligten aus dem Autorenkreis um Pixeldiskurs stammt – und somit der Band unter studentischer Federführung entstanden ist. Weiterlesen

Shardlight: Ein revolutionäres Adventure

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„I’ve got the perfect life!“, lässt die Protagonistin Amy jeden wissen, der es hören will. Dabei hat sie keineswegs das perfekte Leben. Nachdem die Bomben des Dritten Weltkriegs gefallen waren, blieben nur radioaktive Ruinen übrig. Wie die meisten Menschen leidet auch Amy an den Folgen der Verstrahlung. Behandelt wird nur der Gewinner eines Lotteriespiels, das von der dekadenten Aristokratie ausgerichtet wird. Um überhaupt ein Ticket zu bekommen, muss Amy einen gefährlichen Lotteriejob annehmen, wo ihre Reise durch das dystopische Shardlight startet.

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Press Start to Play: Die Steuerung von Computerspielen als eine technische Vermittlung

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Wenn man Spielen als eine Interaktion begreift, stellt sich die Frage zwischen wem (oder was?) interagiert wird. Die meisten Spiele setzen, neben einem menschlichen Gegenspieler, materielle Dinge wie Schläger, Bälle, Karten, Würfel oder Spielfiguren voraus. Computerspiele demonstrieren sogar, dass kein menschliches Gegenüber vonnöten ist, um zu spielen. Zu klären bleibt aber, worin im digitalen Spiel nun die eigentliche Interaktion besteht, wenn denn nicht mit einem Menschen.[1] Insbesondere die Digitalität verschleiert die Materialität des Spiels so, dass „ein systematisches Ausblenden der technisch-materialen Gebundenheit“[2] an Controller, Maus und Tastatur den Diskurs in den Game Studies anführt. Deshalb möchte ich die Materialität des digitalen Spielens genauer betrachten und mit Hilfe von Bruno Latour als eine technische Vermittlung in einem Akteur-Medien-Netzwerk beschreiben.[3]

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Videospielen statt Zeitung lesen? September 12th und das Genre der Newsgames

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Anlässlich der Vortragsreihe zum Thema „Let’s play the War on Terror“, die im Zuge der Reading Week des Fachbereichs 09 der Philipps-Universität Marburg von unserem Kolloquium und dem GameLab veranstaltet wurde, werden nun einige der Vorträge in Artikelform veröffentlicht. In diesem Beitrag geht es um das Spiel September 12th und um die Fragen, was Newsgames sind und ob sie, ihrer Bezeichnung entsprechend, eine neue Form der Nachrichtenverbreitung sind.

September 12th ist ein Browsergame bei dem man sich darüber streiten kann, ob man es überhaupt als „Spiel“ bezeichnen darf. Der Entwickler Gonzalo Frasca hat damit 2003 ein vollkommen neues Genre erschaffen und die Möglichkeiten von Videospielen um ein interessantes Feld erweitert: Den Journalismus. Unter dem Titel Newsgame ist diese Art von Spielen mittlerweile in wissenschaftlichen Kreisen anerkannt und bietet fortwährend reichlich Diskussionsstoff.

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