Wenn aus der Flucht ein Spiel wird

„Menschen, die du täglich siehst, auch wenn du sie nicht bemerkst. Stell dir vor, das wärst du!“

– Against All Odds

Das von der UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees) entwickelte Spiel Against All Odds (2005) versetzt den Spieler in die Rolle eines Flüchtlings. In drei Kapiteln begibt man sich auf die Flucht aus dem eigenen Land, kämpft mit der Angst wieder abgeschoben zu werden und den Problemen, die auf jemanden zukommen, der sich in einem völligen fremden Land eine neue Existenz aufbauen muss. Doch kann Against All Odds einen tieferen Eindruck in die Notlage von Flüchtlingen vermitteln?

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He was a Sk8er Boi

Über fliegende Skateboards und knifflige Tricks berichtet heute Yannick Suchwallo. Auf dem Kritikerblog schreibt er über Filme, spielt aber auch gerne mal und hat sich für uns ein digitales Spiel vorgenommen.

OlliOlli 2: Welcome to Olliwood macht vieles richtig, allerdings ohne unbekanntes Terrain zu betreten. Es ist dem Titel nach zu urteilen (wenig verwunderlich) der Nachfolger des Anfang 2014 erschienenen OlliOlli. Zwar wurde das Spiel im Gegensatz zum Vorgänger in puncto Optik aufgehübscht und die Animationen sind flüssiger, so flattert beispielsweise das Shirt unseres namenlosen Protagonisten im Wind und sorgt zusätzlich für Geschwindigkeitsgefühl – aber mal ehrlich, am einfachen wie genialen Prinzip von OlliOlli gab es wenig zu verbessern, auch ohne Hochglanzgrafik, 3-D Welt und Auftritte von Persönlichkeiten wie Wee-Man oder Bam Margera wie im Tony Hawk-Franchise.

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Buchrezension: Storytelling in virtuellen Welten

Das Geschichtenerzählen in digitalen Spielen ist ein Thema, dem man sich wissenschaftlich ganz unterschiedlich annähern kann. Eine aktuell recht populäre Möglichkeit ist die intermediale Annäherung, um das Potential interaktiver Erzählung greifbar zu machen. Diesem Ansatz widmet sich auch David Lochner, der mit seinem 2014 erschienenen Buch Storytelling in virtuellen Welten einen Ein- und Überblick zum virtuellen Erzählen liefert. Die folgende Rezension des Buches findet mit herzlichem Dank an die Redaktion der Zeitschrift MEDIENwissenschaft: Rezensionen | Reviews nun auch ihren Weg auf diese Seite.

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Life is Strange: Die Ohnmacht der Jugend

Kopfhörer aufsetzen, die Welt mit der Akustik-Gitarre bremsen und dann den Schulflur entlang. Die egozentrischen Kids, die Sportler und Schönlinge, die Geeks und all die Unscheinbaren. Life is Strange versetzt mich in eine Zeit zurück, in der man noch zu träumen wagte. Von einem Glück, das irgendwann danach kommen mag. Von einer Erfüllung, die, wenn das Alles erstmal vorbei und man endlich frei ist, dann bitte auch eintritt. Von einem Versprechen trügerischer Ideale.

„Du hast mit 12 zu Stand by me geweint
und mit 14 bei den Outsidern Rache geschworen;
mit 16 kanntest du den Namen vom Feind
und mit 18 hast du ihn wieder verloren.“

Muff Potter – Young Until I Die (Heute wird gewonnen, bitte; 2009)

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Buchrezension: Zwischen|Welten – Atmosphären im Computerspiel

Dass Computerspiele irgendwie atmosphärisch sind, dieser These würde wohl niemand sofort widersprechen. Inwiefern sich diese Atmosphären aber äußern oder manifestieren, das zu beschreiben ist eine viel größere Herausforderung. Dieser stellen sich Sebastian Standke (M.A. Inszenierung der Künste und der Medien) und Christian Huberts (Dipl.-Kult.), die in der Game Studies-Reihe von vwh gemeinsam den Sammelband Zwischen|Welten – Atmosphären im Computerspiel herausgegeben haben. Weiterlesen

Unbunt – und unrund.

Eigentlich hätte ich gerne mehr erfahren über den Helden Monochromas, den Jungen mit dem roten Schal und der Ballonmütze. Was bringt ihn dazu, seinen verletzten und verängstigten kleinen Bruder Meter um Meter Huckepack zu tragen, weg von Zuhause? Warum lebt er in einer dystopischen Welt, die so trist, technisch und totalitär erscheint; und was macht diese Welt aus? Aber eine andere grundlegende Frage drängt sich immer wieder schmerzlich in mein Bewusstsein. Und die beschäftigt sich mit der Welt außerhalb des Spiels: Wie habe ich es vermeiden können, meinen PC aus akutem Frust aus dem Fenster zu werfen?

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Mit der Fresse in den Pixel-Dreck

ASM - Titel

Der Verwalter fordert deinen Wohnungsschlüssel zurück, weil du noch immer blank bist und schon wieder nicht die Miete bezahlt hast. Was würdest du tun?
Das Leben eines Freundes kann nur gerettet werden, wenn du das Leben eines Fremden gefährdest. Was würdest du tun?
Die Liebe deines Lebens tritt vor den Traualtar – ohne dich, weil alles, was du hattest, zerbrochen ist. Was würdest du tun?

Als ich Always Sometimes Monsters via Steam auf meinem PC installierte, hatte ich keine Ahnung, dass dies grundlegende Problemstellungen sind, mit denen ich mich in den folgenden Stunden zu beschäftigen hatte. Meine Ansichten über ein Indie-PC-Rollenspiel, das im 16-Bit-Retro-Gewand moderner daherkommt als mancher Top-Notch-Titel.

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Die Podcast-Rundschau

Es gibt so viele unterschiedliche Möglichkeiten, sich über Neues und Kontroverses aus der Videospielkultur zu informieren: Internet-Portale, soziale Netzwerke, die guten alten Zeitschriften und natürlich unser Blog. Für mich spielen in den letzten Jahren jedoch Podcasts eine zunehmend große Rolle. Am Frühstückstisch als imaginierter Gesprächspartner, im Bus, um die lästigen Stimmen aufgeregter Mütter zu ersticken, die mit ihrem Kinderwagen wie bekloppt durch die Menschenmenge rammeln oder auf der Couch als Hintergrundgedudel zum segensreichen Mittagsschlaf.

Doch es gibt viele Podcast, in der Tat – und stetig werden es mehr! Um euch dabei zu helfen, den Überblick zu behalten haben wir eine möglichst breite Auswahl überwiegend deutscher Podcasts zusammengetragen, kategorisiert und rezensiert. Vielleicht können wir euch so den ein oder anderen Geheimtipp zustecken und vielleicht…aber auch nur ganz vielleicht…euer Leben bereichern.

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Indieperle: Gone Home

Gone Home ist nicht nur – wie der Titel es sagt – eine Geschichte über das nach Hause Kommen. Es ist eine Geschichte über das Ankommen, über das Erwachsenwerden. Ergreifend und aufwühlend. Es ist das Erstlingswerk der Indie-Schmiede The Fullbright Company und es fordert geradezu heraus, über es zu schreiben. An dieser Stelle sei kurz gesagt, dass im folgenden gespoilert wird. Also gilt: Erst spielen, dann lesen.

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