Death Race – Punkte sammeln mit Verkehrsopfern

„Sick, sick, sick!“ – das war der Kommentar des National Safety Council zum Arcade-Rennspiel Death Race (zit. n. The Dot Eaters). 1976 erschienen, löste dieser neu entwickelte Spielautomat einen Medienskandal aus. Nicht nur Zeitungsartikel wurden darüber veröffentlicht, sogar ins Fernsehen schaffte es das Spiel. Im CBS Nachrichtenprogramm 60 Minutes war es Auslöser für eine Debatte, die die psychologischen Auswirkungen solcher Gewaltspiele diskutierte. In den Medien heftig angeprangert, gilt es als eins der kontroversesten Spiele überhaupt. Death Race war aber als gewaltverherrlichendes Spiel nicht allein auf dem Markt. Warum hat aber nun genau dieses Rennspiel die Gesellschaft so in Rage versetzt?

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Let’s Learn Episode 02 – Involvierung

Let’s Plays bilden mittlerweile einen wesentlichen Bestandteil des Angebots von Online-Videoportalen. Doch warum nur zeigen und oberflächlich über Gameplay und Story reden, wenn man währenddessen anhand von Beispielen auch Grundlagen der Game Studies erklären kann? In Episode 02 versucht Dan, euch mit Spec Ops: The Line Gordon Callejas Modell der Spielerinvolvierung in rudimentären Zügen näher zu bringen.

Jetzt anschauen: „Let’s Learn: Episode 02„.

Pixeldiskurs im Hörsaal #2 – Die Archivierung digitaler Spiele

BergmeyerWenn in achttausend Jahren das Spieleimplantat im limbischen System ausfällt und die Menschen sich zu fragen beginnen – wie haben eigentlich vormalige Generationen dem eindringlichen Vergnügen des digitalen Spieles gefrönt, dann wird jede Umschreibung der historischen Realität eine Beleidigung sein. Wie aber lässt sich ein interaktives Medium greifbar machen, wie lässt es sich archivieren und ausstellen?

Das Computerspielemuseum in Berlin steht vor eben jener Frage. Dessen Sammlungsleiter, Dr. Winfried Bergmeyer, stattete der Philipps-Universität Marburg am 26. November 2014 einen Besuch ab und sprach im Rahmen der Vortragsreihe Medien Archiv Praxis darüber, wie die Arbeit des Computerspielemuseums derzeit aussieht, gab einen kleinen Einblick hinter die Kulissen des Archivierungsproblems und stellte dringliche Fragen nach dem Kopierschutz, der Emulation und der digitalen Distribution, auf die es adäquate Antworten nach wie vor zu finden gilt.

 

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Let’s Learn Episode 01 – Emotionen

Let’s Plays bilden mittlerweile einen wesentlichen Bestandteil des Angebots von Online-Videoportalen. Doch warum nur zeigen und oberflächlich über Gameplay und Story reden, wenn man währenddessen anhand von Beispielen auch Grundlagen der Game Studies erklären kann? In einer ersten und noch eher experimentellen Folge versucht Dan, euch Jonathan Fromes Konzept der Emotionsgenerierung im Videospiel in rudimentären Zügen näher zu bringen.

Jetzt anschauen: „Let’s Learn: Episode 01„.

Pixeldiskurs im Hörsaal #1 – Das virtuelle Schlachtfeld

In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen wir mitgeschnittene Vorträge und Interviews rund um das Thema Digitale Spiele. Es versteht sich dabei, dass wir für den Inhalt der jeweiligen Vorträge nicht verantwortlich zeichnen.

Die erste Folge wird eingeläutet von Michael Schulze von Glaßer. Der Politikwissenschaftler und Spielejournalist setzt sich auf seinem YouTube-Kanal Games and Politics damit auseinander, wie Spiele mit den Themen Atomkrieg, Kindersoldaten und Folter umgehen. In seinem aktuellen Buch Das virtuelle Schlachtfeld: Videospiele, Militär und Rüstungsindustrie setzt er sich mit der Verschränkung eines Unterhaltungsmediums und der modernen Kriegsführung auseinander. In einem einführenden Vortrag stellte er am 06. Oktober 2014 einige Kerngedanken daraus vor.

Herzlichen Dank an Tobias Klös für die Aufzeichnung!


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Softwarelogik und diegetische Kohärenz: Wegfindung in „The Elder Scrolls V: Skyrim“

The Elder Scrolls V: Skyrim

Dieser Beitrag wird sich im Folgenden nicht nur mit der bildschirmspielinhärenten Softwarelogik und deren Auswirkungen auf die diegetische Kohärenz befassen, sondern gleichzeitig der Startpunkt einer Beitragsreihe werden, die in loser Folge auf Pixeldiskurs erscheinen soll.

Dabei wird es, wie bereits im Namen angedeutet, darum gehen, wie sich Fehler oder Ungenauigkeiten im Medium des digitalen Spiels auf die narrative Kohärenz und letztlich die Diegese auswirken. Viele solcher Fehler wurden bereits in diversen Spielen entdeckt und sind durch ihre ungewollte Rekurrierung auf „das Medium als Werkzeug“ ein Teil der Popkultur geworden, so z.B. das ebenfalls durch The Elder Scrolls V: Skyrim bekannte „Arrow to the knee“-Meme, welches abseits seines Ursprungsmediums bereits im Fernsehen Erwähnung fand (z.B. in der populären US-amerikanischen Serie NCIS).

Diese im Spiel auftretenden narrativen Logikfehler würden jedoch in anderen Medien (z.B. in Büchern, Film und Fernsehen) den Rezipienten regelmäßig aus seiner Involvierung herausreißen, da er sich plötzlich mit Inkonsistenzen in der Diegese auseinanderzusetzen hat, die den logischen Fluss der Narration erschweren oder sogar empfindlich stören können. Daher soll diese Reihe dazu dienen, einige der interessantesten Fälle aufzuzeigen und zu archivieren.

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Videogametourism: Games That Never Were

 

Das 2012 von Rainer Sigl ins Leben gerufene Games-Feuilleton Videogametourism.at beschäftigt sich in vielerlei Hinsicht mit dem Kulturgut Videospiel. Doch bietet VGT nicht nur den ständigen Autoren Sigl, Robert Glashüttner, Rudolf Inderst und Joe Köller Raum für Rundschau und Analyse. Auch Gastautoren bekommen die Gelegenheit, einen Beitrag zur Kulturproduktion zu leisten.
Die Kolumne „The Games That Never Were“ verhandelt spielerische Gedankenexperimente, die dem Mainstream aus Prequels, Sequels und Neuauflagen gegenüber stehen. Im Fokus stehen Games, die revolutionär, noch nie dagewesen oder schlichtweg (und wahrscheinlich) nie durchsetzungsfähig sein werden – aber dennoch wertvollen Input für die Videogame-Kultur leisten könnten.

Die neueste Spielidee stammt von Dan und verhandelt Minion Mob Mayhem – ein kunterbuntes Genre-Durcheinander, in dem Videospielindustrie und Populärkultur endlich zueinander gefunden haben. Zum Artikel gehts hier.

Flash-Tipp: Elude

„Aber jeder weiß“, sagt Meursault, „dass das Leben nicht lebenswert ist.“[1] Und so sehr unterscheidet sich der zum Tode Verurteilte von jenem zum Leiden Verurteilte nicht. Die drückende Schwere kann diffus, kann latent, kann Sinnkrise sein. Die Depression führt, dicht gefolgt von Demenz und Schwerhörigkeit, die Volkskrankheiten tapfer an[2] und ist in ihrem Erscheinungsbilde so komplex wie in ihrer Therapie.

Erschwerend kommen zur persönlichen Situation oftmals das Unverständnis und die Hilflosigkeit Umstehender hinzu. Vom „das wird schon wieder“ ist es ein Katzensprung zur Ignoranz und immerhin heilt doch die Zeit alle Wunden. Wer sich mit einer offenen Unterarmfraktur auf dem spiegelglatten Bordstein windet, wird das Entsprechende zu erwidern wissen.

Ein kleines Flash-Spiel soll mehr Verständnis ermöglichen, soll – ganz ähnlich wie Zoe Quinns Depression Quest – einen groben Eindruck vermitteln, wie es sich anfühlen mag, wenn die Niedergeschlagenheit einem nicht den Unterarm, wohl aber den Geist bricht. Elude ist ein nie fortgeführter Prototyp von 2010, dessen Zweck sich in der klinisch-praktischen Anwendung finden sollte.

„There is no end. There is no beginning. There is only the passion of life.“

Elude

 

[1] Camus, Albert: Der Fremde (1942: 148)

[2] http://www.deutsche-depressionshilfe.de/stiftung/volkskrankheit-depression.php

Pixeldiskurs auf der GfM-Tagung 2014 in Marburg

Vom zweiten bis vierten Oktober fand in Marburg die Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft statt. Diese Tagung dient neben der Diskussion aktueller Themen des Fachgebiets Medienwissenschaft auch zur Präsentation von Forschungsergebnissen, zum persönlichen Austausch und zur Auseinandersetzung mit wissenschaftspolitischen Fragen.

Das diesjährige Tagungsthema „Medien | Recht“ behandelte sowohl die Begründung und Legitimation des Medialen im Allgemeinen sowohl die Frage nach den Gesetzen, Normen und Texten, die von juristischer Seite aus die Medialität der Welt geprägt haben.

Pixeldiskurs war im Rahmen der Tagung mit einer eigenen Ausstellung zum Thema „Game Over!? Zur Indizierung und Zensur von Videospielen“ vertreten.

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Gabriel Knight: Sins of the Remake

Am 15. Oktober 2014 erscheint die Neuauflage zu dem weitaus bekannten Point-and-Click-Adventure Gabriel Knight: Sins of the Fathers, das erstmals vor 20 Jahren über die PC-Bildschirme flimmerte. Fängt das HD-Remake die Atmosphäre des Originals ein oder lässt es den Spieler nur die ‚gute alte Zeit‘ vermissen? Im Preview wird geklärt, wie sich das Adventure im Vergleich zu anderen HD-Remakes schlägt und was sonst so neu ist.

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