Gamesjournalismus-Workshop 2018 –
Ein Fazit

Im vergangenen Sommersemester habe ich am Institut für Medienwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg einen Gamesjournalismus-Workshop im zweiwöchentlichem Turnus gegeben. Es war die erste Veranstaltung dieser Art unter meiner Leitung. Üblicherweise fokussieren meine Seminare einerseits die Vertiefung theoretischer Kenntnisse und andererseits die analytische Anwendung eigener kritischer Überlegungen auf digitale Spiele. Diesmal aber wollte ich den Studis vor allem eines geben: Zeit für die Durchführung eigener Projekte.

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Frostpunk: Exodus mit Schneegestöber

Als Moses mit seiner israelischen Gefolgschaft in das gelobte Land in dem Milch und Honig fließen sollten auszog, wussten sie nicht, dass vor ihnen eine 40 Jahre lange Reise voller Gefahren und Prüfungen liegen würde. Ein ähnliches Schicksal ereilt die Bürger_innen Großbritanniens im Spiel Frostpunk, die in einem Alternativuniversum der 1880er Jahre durch einen immensen Klimawandel, der von Frost und starken Schneestürmen geprägt ist, auf der Suche nach einer sicheren Zuflucht sind. Nicht von Gott persönlich beauftragt, sondern durch Hören-Sagen geleitet, suchen die Frauen, Männer und Kinder die letzte Zuflucht zur Aufrechterhaltung ihrer Existenz. Weiterlesen

CfP: Krankheit im digitalen Spiel

von Arno Görgen und Stefan H. Simond

(English below)

„There are no healthy people left in the world” – Diese profane Meldung weist im digitalen Krankheitssimulator Plague Inc. (Ndemic Creations 2012) darauf hin, dass das vom Spieler in filigraner Kleinarbeit zu tödlicher Infektiosität und damit Effektivität gezüchtete Pathogen die Welt erobert hat und die menschliche Zivilisation unumkehrbar an ihrem Abgrund steht. Krankheit als Zerstörer der Welten – mit dieser Thematik stellt sich die Krankheit in Plague Inc. in eine Ahnenreihe mit zombifizierenden Viren, entstellten Bewohnern verlassener psychiatrischer Anstalten, Überlebenden von durch Biowaffen ausgelösten Genoziden oder halluzinierenden und traumatisierten Helden.

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Buchrezension: Achievement & Exploration. Dramaturgie der Grenzüberschreitung im Computerspiel

Geschichten bilden einen festen Bestandteil unseres Alltags und unserer Kultur, unter anderem in Form von Medien. Diese Bedeutung spiegelt sich auch in den zahlreichen wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit dem Thema Narration wider. Dabei nehmen insbesondere Medien wie Literatur und Film sowie ihre Möglichkeiten, Erzählungen umzusetzen, eine zentrale Position ein. Wie kann das vergleichsweise junge Medium der Computerspiele Geschichten erzählen? Diese Fragestellung bildet den Ausgangspunkt für Christian Niblers im Jahr 2015 veröffentlichte Dissertation Achievement & Exploration. Dramaturgie der Grenzüberschreitung im Computerspiel.

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Tagungsreihe „Spielzeichen“ (Uni Passau): Call for Papers und Buchveröffentlichung

Die von Dr. Martin Hennig und Prof. Hans Krah an der Universität Passau ausgerichtete Tagungsreihe „Spielzeichen“ geht mit dem aktuellen Call for Papers zum Thema „Kulturen im Computerspiel/Kulturen des Computerspiels“ in die mittlerweile dritte Runde.

Wer mit dem Gedanken spielt, einen Vortrag auf der interdisziplinären Tagung zu halten, kann ein Abstract (inkl. Vortragstitel) mit einem Umfang von max. 300 Wörtern und einen Kurzlebenslauf (wissenschaftlicher Werdegang, Publikationen) als PDF-Datei bis zum 31.03.2018 per E-Mail (Betreff: Spielzeichen) an Martin.Hennig@uni-passau.de schicken. Die Tagung wird vom 06. bis 08. Dezember 2018 an der Universität Passau stattfinden.

Weitere Informationen zur Tagung (Themenspektrum, Ablauf, etc.) finden sich z.B. auf den Seiten der AG Games oder bei H-Net.

Passend dazu wurde zu Beginn des Monats der Sammelband der letzten Tagung „Spielzeichen II – Raumspiele/Spielräume“ im VWH-Verlag veröffentlicht. Eine inhaltliche Zusammenfassung der Veranstaltung gibt es z.B. bei Paidia.

Das verbindende Spielen: Playstation PlayLink

Der Countdown zu den Feiertagen läuft. In Kürze heißt es dann „driving home for Christmas“, „Happy Hanukkah“ oder „Yılbaşı“. Wir kommen zusammen um zu feiern, all unsere Liebsten im Familienkreise wiederzusehen und natürlich um zu essen. Doch wie verbringen wir den Rest des Abends nach Speis und Trunk? Einige vor dem Fernseher, andere vielleicht mit einem Brettspiel am Küchentisch. Doch gibt es keine Möglichkeit beides zu vereinen? Die gibt es: Eine Playstation 4 und ein Smart-Gerät vorausgesetzt. Weiterlesen

Leibhaftigkeit in der Spielwelt

Dieser Artikel greift erneut die Darstellung von Architektur in Computerspielen auf. Wurde  an anderer Stelle letztendlich darauf verwiesen, was ‚sichtbar unsichtbar‘ verborgen in Architektur liegt und inwiefern Spieler/innen am World Building teilnehmen, wird Architekturdarstellung nun als ‚Radar‘ zur Verortung der Spieler/innen in Relation zur Spielwelt genutzt.

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Die Welt ist glaubhaft, weil ihre Bewohner glaubhaft sind

Über die biologischen Eigenschaften der Annelidae aus System Shock 2

Um den Spielenden eine möglichst starke Immersion im Spiel zu bieten, gilt es nicht nur ein gutes und flüssiges Gameplay zu programmieren. Die Welt des Spiels muss ebenso durchdacht und überzeugend sein, damit sich auch abseits des Spielens und Erforschens, ein nachhaltiger Eindruck bildet, der nicht mehr loslässt, sondern das Bedürfnis weckt, noch mehr zu erfahren, zu theoretisieren und letztlich zu verstehen.

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