Let’s Play pazifistisch The Last Of Us (Remastered)

Da Let’s Plays derzeit cool sind, wollen auch wir uns ein Stück vom Kuchen abschneiden. Wer bitte ist Gronkh? Doch so einfach machen wir uns die Sache nicht. Unter dem Label Let’s Play pazifistisch vergreifen wir uns an alten wie modernen Titeln, um herauszufinden, wie weit wir kommen, ohne unmittelbar Gewalt auszuüben. Unser pazifistischer Idealismus ist von gnadenloser Konsequenz: Erfordert das Spiel zum Weiterkommen etwa einen Menschen zu erschießen, dann war’s das.

Diesmal geben sich Kevin Pauliks und Stefan Simond dem sozialdarwinistischen Chaos von The Last Of Us Remastered (PS4) hin. Aber wie kann man in der Postapokalypse als Pazifist überleben? Schläge, Würgegriffe und bleierne Bohnen sind tabu, leise Sohlen umso mehr gefragt. Doch führt unsere hartnäckige Friedfertigkeit diesmal in eine absurde Sackgasse, die berechtigte Zweifel daran aufwirft, ob das Institut für Friedens- und Konfliktforschung mit unserem Verhalten wirklich einverstanden wäre.

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Life is Strange: Die Ohnmacht der Jugend

Kopfhörer aufsetzen, die Welt mit der Akustik-Gitarre bremsen und dann den Schulflur entlang. Die egozentrischen Kids, die Sportler und Schönlinge, die Geeks und all die Unscheinbaren. Life is Strange versetzt mich in eine Zeit zurück, in der man noch zu träumen wagte. Von einem Glück, das irgendwann danach kommen mag. Von einer Erfüllung, die, wenn das Alles erstmal vorbei und man endlich frei ist, dann bitte auch eintritt. Von einem Versprechen trügerischer Ideale.

„Du hast mit 12 zu Stand by me geweint
und mit 14 bei den Outsidern Rache geschworen;
mit 16 kanntest du den Namen vom Feind
und mit 18 hast du ihn wieder verloren.“

Muff Potter – Young Until I Die (Heute wird gewonnen, bitte; 2009)

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Pixeldiskurs im Hörsaal #2 – Die Archivierung digitaler Spiele

BergmeyerWenn in achttausend Jahren das Spieleimplantat im limbischen System ausfällt und die Menschen sich zu fragen beginnen – wie haben eigentlich vormalige Generationen dem eindringlichen Vergnügen des digitalen Spieles gefrönt, dann wird jede Umschreibung der historischen Realität eine Beleidigung sein. Wie aber lässt sich ein interaktives Medium greifbar machen, wie lässt es sich archivieren und ausstellen?

Das Computerspielemuseum in Berlin steht vor eben jener Frage. Dessen Sammlungsleiter, Dr. Winfried Bergmeyer, stattete der Philipps-Universität Marburg am 26. November 2014 einen Besuch ab und sprach im Rahmen der Vortragsreihe Medien Archiv Praxis darüber, wie die Arbeit des Computerspielemuseums derzeit aussieht, gab einen kleinen Einblick hinter die Kulissen des Archivierungsproblems und stellte dringliche Fragen nach dem Kopierschutz, der Emulation und der digitalen Distribution, auf die es adäquate Antworten nach wie vor zu finden gilt.

 

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Pixeldiskurs im Hörsaal #1 – Das virtuelle Schlachtfeld

In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen wir mitgeschnittene Vorträge und Interviews rund um das Thema Digitale Spiele. Es versteht sich dabei, dass wir für den Inhalt der jeweiligen Vorträge nicht verantwortlich zeichnen.

Die erste Folge wird eingeläutet von Michael Schulze von Glaßer. Der Politikwissenschaftler und Spielejournalist setzt sich auf seinem YouTube-Kanal Games and Politics damit auseinander, wie Spiele mit den Themen Atomkrieg, Kindersoldaten und Folter umgehen. In seinem aktuellen Buch Das virtuelle Schlachtfeld: Videospiele, Militär und Rüstungsindustrie setzt er sich mit der Verschränkung eines Unterhaltungsmediums und der modernen Kriegsführung auseinander. In einem einführenden Vortrag stellte er am 06. Oktober 2014 einige Kerngedanken daraus vor.

Herzlichen Dank an Tobias Klös für die Aufzeichnung!


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Flash-Tipp: Elude

„Aber jeder weiß“, sagt Meursault, „dass das Leben nicht lebenswert ist.“[1] Und so sehr unterscheidet sich der zum Tode Verurteilte von jenem zum Leiden Verurteilte nicht. Die drückende Schwere kann diffus, kann latent, kann Sinnkrise sein. Die Depression führt, dicht gefolgt von Demenz und Schwerhörigkeit, die Volkskrankheiten tapfer an[2] und ist in ihrem Erscheinungsbilde so komplex wie in ihrer Therapie.

Erschwerend kommen zur persönlichen Situation oftmals das Unverständnis und die Hilflosigkeit Umstehender hinzu. Vom „das wird schon wieder“ ist es ein Katzensprung zur Ignoranz und immerhin heilt doch die Zeit alle Wunden. Wer sich mit einer offenen Unterarmfraktur auf dem spiegelglatten Bordstein windet, wird das Entsprechende zu erwidern wissen.

Ein kleines Flash-Spiel soll mehr Verständnis ermöglichen, soll – ganz ähnlich wie Zoe Quinns Depression Quest – einen groben Eindruck vermitteln, wie es sich anfühlen mag, wenn die Niedergeschlagenheit einem nicht den Unterarm, wohl aber den Geist bricht. Elude ist ein nie fortgeführter Prototyp von 2010, dessen Zweck sich in der klinisch-praktischen Anwendung finden sollte.

„There is no end. There is no beginning. There is only the passion of life.“

Elude

 

[1] Camus, Albert: Der Fremde (1942: 148)

[2] http://www.deutsche-depressionshilfe.de/stiftung/volkskrankheit-depression.php

Flash-Tipp: Coming Out Simulator 2014

Auf die eine oder andere Weise ist Diskriminierung wohl niemandem gänzlich unvertraut. In der Schule war ich klein und dick; Grund genug für dumme Sprüche. Jetzt bin ich groß und dünn und bekomme ständig gesagt, ich solle doch mal was essen. Die Leute können sich nicht entscheiden. Wenn man mal eine Weile mit grün-pinkem Iro, in vernieteter Lederjacke und Springerstiefeln durch eine Kleinstadt spaziert, entgeht einem nicht, dass Leute lästern, die Straßenseite wechseln oder sich dazu berufen fühlen, einem mitzuteilen, dass es nicht Fasching sei.

Aber hey, ich bin weiß, ich habe keine sichtbare Körperbehinderung, ich bin ein Mann, kann mir ein sozial akzeptiertes Outfit leisten und wenn ich das mal nicht will, dann krame ich nostalgisch meine Lederjacke aus dem Kleiderschrank. Wie es wohl sein mag, seine sexuelle Orientierung verbergen zu müssen, wie es wohl ist, bei einem solch intimen Anliegen selbst bei der engsten Familie nur auf Unverständnis zu treffen – dafür muss ich meine Fantasie gebrauchen.

Mutige Entwickler wie Nicky Case helfen mir dabei auf die Sprünge. Der Coming Out Simulator 2014 ermöglicht es mir, Nickys Geschichte auf unterschiedliche Arten und Weisen zu erleben, mit konservativen Eltern über die eigene Homosexualität zu sprechen und zumindest für ein paar Minuten zu verstehen, wie es wohl sein mag, wenn das mir Selbstverständlichste anderen als widernatürlich und abstoßend erscheint. Und das auf eine erfrischend humorvolle Art und Weise.

GameLab-Podcast #6 – Homophobie

Gaming In Color: Perspektiven zur Vielfalt im Spiel

Watch Dogs oder Die Abenteuer von Hard Joe

Mein Name ist Hard Joe. Meine Nichte wurde getötet. In einem willkürlichen Racheexzess töte ich alle. Hard Joe. Meine Stimme ist so tief, dass man einen Subwoofer braucht, um sie zu verstehen. Über mein Smartphone liegt mir die Stadt zu Füssen. Hard Joe. Was soll ich mit eurem scheiß Informationskrieg? – Ich habe ein Waffenrad. Hard Joe. Ich kenne zwei Gefühle: Hass und Sex. Mein Name ist Hard Joe. Max Payne möchte nicht mehr mein Freund sein, seitdem ich ihm eine Kopfnuss gegeben habe. Hard Joe.

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In ruhigen Momenten ist Chicago eine der schönsten digitalen Städte dieser Zeit.

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GameLab-Podcast #8 – E3 2014

E3-2014Gerade neigt sich die wohl relevanteste Videospielmesse in Los Angeles dem (Wochen-)Ende zu, da sprudeln uns auch schon die Eindrücke über die Lippen. Es geht um die ganz großen Themen, aber auch um die kleinen, um Pressekonferenzen, Neuankündigungen, Trends, Kontroversen und das Leidwesen des Fachjournalismus‘. Abschließend gibt’s obendrein noch ein paar Impressionen aus Watch Dogs. Und eigentlich hatten wir auch gar keine Probleme mit der Tontechnik – sie aber mit uns. So kommt es, dass die rege und eloquente Beteiligung der Diskutierenden von einem penetranten Rauschen begleitet wird, was sich leider auch in der Nachbearbeitung nicht entfernen ließ. Vielleicht hätten wir den Podcast auch nicht an einem Freitag dem 13ten aufzeichnen sollen. Wir entschuldigen uns jedenfalls demütig und geloben Besserung in der nächsten Ausgabe.
Mit dabei diesmal: Kristian Baumann, Dan Heck, Lena Lachnit und Stefan Simond.

GameLab-Podcast #8 – E3 2014
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GameLab-Podcast #7 – Indizierung & Mediengewalt

(Quelle: http://www.play3.de/2014/03/31/bpjm-die-indizierungen-im-marz-2014/)

(Quelle: http://www.play3.de/2014/03/31/bpjm-die-indizierungen-im-marz-2014/)

Jetzt haben wir Wolfenstein verboten, South Park beschnitten und Manhunt zum Teufel gejagt. Und dennoch begegnen uns Gewalt und Rassismus wieder und wieder. Wollen die Jugendlichen es einfach nicht kapieren? Sind die so dumm oder sehen die nur so aus? Was muss man denn noch alles verbieten, bevor hier mal einer zur Besinnung kommt?!

Uns sind die daueraktuellen Konflikte zwischen Gaming Community und Jugendschutzinstanzen nicht entgangen. Dabei wird das Thema oft sehr oberflächlich und eindimensional behandelt. Jede Seite beharrt auf ihren Argumenten und wird vor lauter Überzeugung ganz blind für die Anliegen der anderen. In der siebten Ausgabe unseres Podcasts plaudern wir freimütig über unsere Erfahrungen mit indizierten oder umstrittenen Titeln, sinnieren über die Auswirkungen von Mediengewalt, erläutern detailliert das Prüfungsverfahren der BPjM und sprechen darüber hinaus noch mit Petra Meier, der stellvertretenden Vorsitzenden eben jener Bundesprüfstelle. Und das alles erstmals in Stereo! Such sound! Wow! Much amaze!

Diesmal mit dabei: Aaron Beller, Alex Henß & Stefan Simond.

GameLab-Podcast #7 – Indizierung & Mediengewalt
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