Pixeldiskurs-Podcast #141 – Observation

In einer Remineszenz auf 2001: A Space Odyssey versetzt uns Observation in die körperlose Existenz einer Raumstation. Zwischen eingängigem Kammerspiel und Puzzle-Adventure erleben wir eine bekannte Geschichte aus neuer Perspektive. Wir rezensieren den neuen Titel des Studios hinter Stories Untold.

Außerdem geht es um Rage 2, eine Allianz gegen Google Stadia und die Pixeldiskurs-Partei (PDP).

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Inhalt:

00:00:00 – 00:23:27 Spielewoche
00:23:27 – 00:48:37 Presseschau
00:48:37 – 01:23:41 Thema der Woche

Shownotes:

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Über Tobias Klös

Tobias Klös (tk), M.A. Erziehungs- und Bildungswissenschaft, ist seit 2016 Co-Host des Pixeldiskurs-Podcasts. Im Bereich der Game Studies interessiert er sich für Game-Based-Learning, Gamification, Kulturindustrie und die Räumlichkeit digitaler Spiele.

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Über Stefan Heinrich Simond

Stefan Heinrich Simond (shs) publiziert und unterrichtet im Bereich der Game Studies am Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg. Er promoviert zur Konstruktion psychischer Krankheiten und psychiatrischer Institutionen in digitalen Spielen, ist Chefredakteur bei pixeldiskurs.de und hostet den wöchentlichen Pixeldiskurs-Podcasts.

5 comments

  1. Mich verwundert wie viel ihr da in die Story von Rage 2 hinein interpretiert.
    Meiner Meinung nach haben sich die Entwickler dabei sehr wenig gedacht und die Story auch nicht tiefgründig. Fand die meisten Dialoge leider regelrecht zum fremdschämen.

    1. Ja, das ist gut möglich. Die Präsentation ist – bis auf wenige Ausnahmen – wenig begeisternd. Und ich glaube auch, dass die Erzählung nicht der zentrale Fokus ist. Aber unabhängig dessen, was die Intention im Produktionsprozess war, steckt ja dennoch Bedeutung in der Erzählung. Nicht nur in den Dialogen, sondern auch im Setting, in der Spielstruktur etc.
      Ich vermute bisher zwar, dass die Erzählung eine sehr konventionelle ist, aber dafür auch eine verbreitete, die exemplarisch für einen Großteil postapokalyptischer Open World-Titel stehen kann. Vielleicht finde ich also die Erzählung gerade interessant, weil sie eine eher untergeordnete Rolle spielt.

  2. Interpretation zu Observation

    Spoilerwarnung! [Keine Rätsellösungen, nur Interpretation des Bildmaterials]

    Die Existenzwerdung der Göttin Lua Saturni

    Ich habe dieses Spiel gespielt und mir dazu noch Let’s plays angesehen. Und es hat mich nicht mehr losgelassen. Deshalb möchte ich meine Gedanken mit euch teilen:

    Das Sechseck steht für den Sturm auf dem Planeten Saturn, der bisher ein paar Rätsel aufgibt. Hier Bilder der realen Satellitenaufzeichnung: https://photojournal.jpl.nasa.gov/archive/PIA17652_bw.gif

    Der Saturn steht für eine griechische Gottheit, weshalb ich das Sechseck als Symbol der göttlichen Form des Saturns begreife. In etwa so wie das Dreieck im christlichen Kontext. Die Gottheit Saturn kommuniziert mit der künstlichen Intelligenz SAM und gibt ihm einen Auftrag bzw. eine neue Programmierung. Ort und Zeit spielen für einen Gott wohl keine große Rolle.

    Zuerst hat mich besonders das Ende an die Entstehungsgeschichte einer Lebensform erinnert. Um den Sturm des Saturns herum, kreisen sehr viel identische Raumstationen mit demselben „Erbgut“ bzw. DNA an Bord. Sie sind identisch, führen aber einen erbitterten Überlebenskampf. Es gibt nur ein einziges Ziel – den Auftrag des Saturns zu erfüllen: „Bring sie her“. SAM als KI ist nicht bösartig und er verfolgt keine egoistischen Ziele. Er möchte nur seine Programmierung und den Auftrag erfüllen. Ich weiß, dass das jetzt etwas abgedroschen klingt, aber besonders die Szene, in der die Raumstation in den Sturm fliegt, erinnert mich durch das Abkapseln der nicht mehr benötigten Antriebssektion, an die Befruchtung einer Eizelle durch ein überlebendes Spermium. Weltraumsex zwischen Mensch, Maschine und Gottheit. Eine Emma erreicht die Oberfläche und begegnet dort Saturn, bzw. vereinigt sich durch ein göttliches Wunder mit SAM.

    Ich möchte noch etwas dazu anmerken. Nach Hesiod ist der Anfang allen Seins „chaos.“ Aus dem Altgriechischen übersetzt, bedeutet dieses Wort etwas „Klaffendes“ oder „Offen-Stehendes“. Das „chaos“ aus dem alles entsteht, ist also ein „Grund ohne Boden“ [vgl. Günzel, Stephan: Raum, S. 137]. Also der Zustand der Schwerelosigkeit und die des Weltalls bzw. Kosmos oder das Auge im Sturms auf Saturn. Aus diesem Chaos ergibt sich eine neue Ordnung oder Lebensform.

    Lua gilt als eine „vergessene Göttin“ und als Tochter oder Gattin des Saturns. Themen dieser Göttin sind: Verderbnis (luere), Krieg und Tod. Sie ist damit der Gegenpol zu Saturn der für den Ackerbau steht. Für diese Interpretation sprechen die schwarzen Schlingen mit der Emma/SAM am Ende die Erde berührt.

    Lua ist außerdem eine Skriptsprache zum Einbinden von Inhalten in Computerprogramme und wird auch für die Programmierung von Computerspielen verwendet.

    Ich interpretiere also, dass wir in „Observation“ dem mühseligen, chaotischen und intimen Prozess der Existenzwerdung einer Göttin beiwohnen. Schade nur, dass ihr Ziel die Erde ist… ein Zeitalter endet, ein neues beginnt.

    Danke euch für die Möglichkeit diese verrückte Theorie los zu werden. Sicher hat die Welt das gebraucht! 😀

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