Pixeldiskurs-Podcast #83 – Spiele in der Pädagogik (mit Dr. Uwe Feldbusch & Ramin Siegmund)

Wie könnte eine Klassenfahrt auf die Gamescom funktionieren? Sollten Lootboxes eine Auswirkung auf die USK-Einstufung haben? Und welche Chancen und Probleme bringt die VR-Technologie mit sich? Dr. Uwe Feldbusch und Ramin Siegmund sind Dozenten am Institut für Erziehungswissenschaft an der Philipps-Universität Marburg. Gemeinsam mit Tobias Klös diskutieren wir in dieser Folge die vielfältigen Aspekte des Einsatzes digitaler Spiele in der Pädagogik.

Außerdem geht es um Sophies letzte Worte, Tobis Küchen-Chaos und die Studierenden eines Seminares aus der Medienpädagogik sind indirekt mit dabei.


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Inhalt:

00:00:00 – 01:25:52 Thema der Woche (mit Dr. Uwe Feldbusch & Ramin Siegmund)

01:25:52 – 01:39:22 Hörerkommentare

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Über Stefan Heinrich Simond

Stefan Heinrich Simond (shs) unterrichtet am Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg, bereitet eifrig seine Promotion vor und studiert nebenher im Master Philosophie. Er ist nicht nur Musiker und Autor, sondern verachtet auch leidenschaftlich Videospiele – jeden Sonntag im Pixeldiskurs-Podcast.

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Über Tobias Klös

Tobias Klös (tk) studiert an der Philipps-Universität Marburg im Master Erziehungs- und Bildungswissenschaft und an der Goethe-Uni Frankfurt im Bachelor Philosophie. Er beschäftigt sich in Theorie und Praxis mit Medienpädagogik. Neben seiner Leidenschaft für Bücher, welche die Statik jedes Hauses gefährdet, wendet sich Tobi gerne Videospielen zu.

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Über Sophie Bömer

Sophie Bömer (sb) ist seit 2013 Studierende an der Philipps-Universität Marburg und hat vor Kurzem ihren Master in Medienwissenschaften begonnen. Obwohl sie sich selbst nicht unbedingt als eingefleischte Spielekennerin bezeichnen würde, hat sie dennoch Freude daran, sich (auf wissenschaftliche Weise) mit Videospielen aller Art auseinanderzusetzen. Neben diesem Interesse und dem beinahe ungesunden Konsum von Serien auf Netflix setzt sie sich auch gerne mal mit den Fan Studies auseinander.

2 comments

  1. Dreimal “Zum” im Zug. Entstanden auf langer Strecke. Dabei euren Podcast in meinen Ohren.
    Vielen Dank dafür!

    Zum Lernen beim Computerspiele spielen:
    Es gibt drei Dinge, die man beim Computerspiele spielen immer wieder lernen muss:
    1. Steuerung und Interface erschließen (Tasten bedienen und Funktionen zuordnen, Informationsanzeigen wie Balken und Diagramme deuten, Karten und Orientierungsoptionen lesen und verstehen, überhaupt Bildinterpretation…)
    2. Wissensorganisation (Wissensschatz) aufbauen durch Ausprobieren und Gedächtnisleistung (Symbolsprache, Hierarchien wie z. B. Herstellung von Materialien, Fähigkeiten, Gegner, Nutzbarmachung von Ressourcen und deren Verwaltung…)
    3. Strategien für Handlungen und Zielerreichungen finden, diese wenn möglich optimieren
    Das ist das mindeste. Nur der Gipfel des Eisberges, den wir vom ganzen Lerneffekt sehen. Da ist noch nichts dabei von der Kommunikation und Interaktion mit anderen Spielern, noch nichts dabei was sich Sprachentwicklung nennt, noch nichts dabei von dem, was der Spieler über sich selbst beim Spielen erfährt.

    Zum Spielen:
    Ich bin überzeugt, das Lernen so sehr mit Spielen verknüpft ist, dass es eigentlich das selbe ist.
    Wir lernen immer etwas, wenn wir spielen.
    Lernen ist anstrengend. Ohne Lernen könnten wir als Spezies nicht überleben. Deshalb brauchen wir Motivation. Wir lernen am besten, indem wir ausprobieren und spielen. Spiele zu spielen motiviert uns zum Lernen. Vielleicht spielen wir ein Leben lang nur eine Rolle. Vielleicht ist sogar das Leben so sehr mit dem Spielen verknüpft, dass es eigentlich das selbe ist. Das griechische Götterspiel. Ich dachte, das hättet ihr mal erwähnt.

    Zum Lernen:
    Aus pädagogischer Sicht sollte man sich immer zwei Fragen stellen: Welche Kompetenz will ich vermitteln? Und durch welche Methode vermittle ich diese Kompetenz am besten?
    Computerspiele sind nicht immer die beste Methode. Man sollte zum Lernen die beste Methode wählen. Computerspiele sind ein Kulturgut. Wir alle, die das hier lesen können, mussten einmal Lesen lernen. Lesen ist eine Kulturtechnik. Sie hilft uns dabei Identität zu schöpfen, Dinge zu verstehen oder uns vorzustellen, uns einander mitzuteilen, kreativ zu sein. Computerspiele spielen ist auch eine Kulturtechnik. Sie hat noch keinen guten Namen. “Computerspiele spielen” ist einfach zu lang. “Zocken” erfasst es nicht. “Spielen” ist zu allgemein. Wir brauchen ein neues Wort. Weil “Zocken” können wir ja unmöglich neben “Rechnen” und “Lesen” in den Stundenplan schreiben. Vielleicht fällt uns ja mal was ein.

    Eure Strohi

  2. Tut mir leid, mir ist da noch was eingefallen.

    Ergänzung zum Lernen durch Computerspiele spielen:
    Ich glaube, dass sich aus den Computerspielen heraus wieder so etwas entwickeln kann, was die Werkpädagogik versucht hat zu bewahren. Unsere Wissensvermittlung basiert heute stark auf der Verschriftlichung. Hauptsächlich weil die Schrift Wissen am zugänglichsten sichert und verständlich macht. Aber mit der neuen Technik des Internets und der Animation, die hauptsächlich durch Computerspiele entwickelt wurde, werden neue Möglichkeiten umsetzbar. Denken wir an Symbolsprachen, zum Beispiel Piktogramme in Flugzeugen zu Rettungswesten, die international verstanden werden. Denken wir an Let’s Plays oder Do-it-yourself Videos im Internet. Denken wir an OP-Simulationen, die einem Arzt das Operieren in einer AR- oder VR-Umgebung beibringt. Verknüpfen wir das, dann ist die Schrift als Methode zur Wissensvermittlung vielleicht nicht mehr immer die beste Methode. Wissensvermittlung durch Computerspiele spielen, ist nahe an der Werkpädagogik, weil sie “Handgriffe” oder “Situationen” vermitteln kann ohne auch nur ein Wort zu schreiben oder zu sprechen. Und dies sogar mittlerweile visuell sehr korrekt. Natürlich wird die Schrift nicht ganz verschwinden, aber man lernt am besten mit allen Sinnen. Zum Beispiel die Lippenbewegungen des Lehrers beim Sprachenlernen sind wichtig, können aber in Schriftform nicht animiert oder erklärt werden. Im Computerspiel schon. Zu sagen: Computerspiele spielen ist eine Art der Lernmotivation, das greift meilenweit zu kurz. Computerspiele sind für die Wissensvermittlung das, was die Bücher nach der Erfindung von Gutenbergs Buchdrucks waren. Nur muss die Methode Computerspiele spielen noch ein bisschen zugänglicher werden. Es wird noch dauern. Technologisch müssen die Voraussetzungen, zum Beispiel überall schnellen Internetzugang, einfache Programmiersprachen etc. bestehen bleiben oder noch besser werden. Und bitte lasst uns ein neues Wort finden für “Computerspiele spielen”. So einfach wie das Wort “lesen”. Vielleicht “algorithmisieren”, oder “codewirklichen” oder “vercodesinnlichen”. Alles viel zu lang. Alles grottig. Keine Ahnung. Ich bin so schlecht im Wortschöpfen.

    Eure Strohi

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