Pixeldiskurs-Podcast #36 – Die Welt im Spiegel des Spiels

Wir flüchten in Spiele vor der Tristesse des Alltags. Wir fühlen uns gefordert und belohnt, erreichen unsere Ziele und stehen selbstbewusst im Mittelpunkt. Was Spiele schön macht, macht sie gefährlich für Menschen, die den Eskapismus zu weit treiben. Aber worin liegt eigentlich das Fluchtpotenzial digitaler Spiele? Und was sagt ihre Verfassung über die Probleme unserer Zeit?

Außerdem geht es um die Nintendo Switch, Brettspielabende mit der Familie und ein Konzept, das nicht mehr ist.

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Shownotes:

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Über Sophie Bömer

Sophie Bömer (sb) ist seit 2013 Studierende an der Philipps-Universität Marburg und hat vor Kurzem ihren Master in Medienwissenschaften begonnen. Obwohl sie sich selbst nicht unbedingt als eingefleischte Spielekennerin bezeichnen würde, hat sie dennoch Freude daran, sich (auf wissenschaftliche Weise) mit Videospielen aller Art auseinanderzusetzen. Neben diesem Interesse und dem beinahe ungesunden Konsum von Serien auf Netflix setzt sie sich auch gerne mal mit den Fan Studies auseinander.

3 comments

  1. Nintendo ist klasse! Und ich freue mich schon auf die Switch, mit meiner Freundin LOKALE Multiplayer-Spiele zu spielen! Und es stimmt einfach nicht, dass wenig angekündigt wurde. In den nächsten paar Monaten kommt ne ganze Menge interessanter Kram für die Switch raus, weil vor allem auch die ganzen Handheld Developer schon umgestiegen sind! Nintendo-Konsolen brauchen keine seelenlosen AAA Spiele von EA, Activision und wie diese ganzen Firmen alle heißen. Das ist nicht der Grund warum ich eine Nintendokonsole kaufe. Ich möchte Nintendospiele, westliche Indies und Spiele von japanischen Entwicklern. Mehr brauch ich garnicht um glücklich zu sein.

    Außerdem bekommt man eben auf der PS4 eben keine lokalen Multiplayerspiele. Das ist etwas, was jetzt schon sehr viele Entwickler für ihre Spiele für die Switch in den Mittelpunkt gestellt haben. Und das wird die Konsole mittelfristig auch für Familien interessant machen.

    Warum braucht es da sowas wie Technik? Spaßige Spielekonzepte kommen ohne große Technik aus. Klar, so Anti-Gameplay-Spiele wie Uncharted, Mass Effect, Assassins Creed oder Last of Us brauchen das, weil sonst neben dem ganzen Bombast und der Grafik eben nichts mehr übrig bleibt was unterhalten könnte. Weil das keine Spiele im klassischen Sinne sind, sondern nur Grafikblender.

    Deswegen bin ich auch Nintendofan: Weil dort Gameplay im Mittelpunkt steht, weil dort in allem die Frage im Zentrum steht: Was macht Spaß?

    1. Danke Axel, ich bin sehr froh über Deinen Einwand! Mich stört es auch, dass Nintendo regelmäßig vorschnell abgetan wird. Ja, die Technik ist nicht so stark wie die der Konkurrenz. Aber das ist doch kein Versehen, sondern eine bewusste Entscheidung – nun schon in der dritten Generation. Daraus zu schließen, die Konsole wäre von schlechterer Qualität ist leichtfertig und inkonsequent. Narratologie und spielerische Interaktion, diese beiden Kernkonzepte kommen immer wieder in eurem Podcast vor. Aber geht es dann um die Betrachtung eines Konsolenkonzepts scheitert es an der Grafik? Das mutet mir doch reichlich absurd an.
      Nintendo punktet eben vor allem mit seiner EXKLUSIVEN Software. Und das müssen nicht mal nur die größten bekannten wie Mario, Zelda und Pokémon sein. „Pikmin“ etwa ist innovativ und fordernd und bietet gleichzeitig eine detaillierte und mit etlichen humorvollen Verweisen versehene Spielwelt, so dass der zweite Teil für mich bis heute zu einem der besten Spiele zählt, die ich kenne. Oder „Star Wars Rogue Squadron II: Rogue Leader“ – erschien exklusiv für den GameCube und zählt für mich absolut zu den besten „Star Wars“-Spielen die es gibt. „Super Smash Bros. Melee“ wird bis heute auf internationalem Tunieren gespielt, weil die Kampfmechanik und die einzelnen Charakter-Stärken und -Schwächen so ausgeklügelt und ausgewogen sind wie selten. Hinzu kommen Klassiker und unzählige Indie-Perlen, die Nintendo über seinen eShop zugänglich macht – eigene wie die von Dritten.

      Die große Schwierigkeit der Switch sehe ich eher in ihrem Hybrid-Konzept. Allein das Ankündigungsvideo damals: Wer spielt denn tatsächlich so? Ich bezweifle, dass dieses Element – ähnlich wie das der Wii U – einen starken Kaufanreiz bietet und befürchte daher, dass Nintendo mit der Switch wirtschaftlich keinen großen Hit landen wird.

      Argumente, wie „das ist nicht meine Konsole“, „Nintendo war nie mein Ding“ oder „ich habe Titel X nie gespielt“ offenbaren meines Erachtens, dass schlicht die Erfahrung fehlts um ein Urteil über die INHALTE der neuen Konsole fällen zu können. Die technischen Daten kann man natürlich einfach überprüfen und vergleichen. Aber wollen wir nicht endlich weniger über die Bilderrahmen oder die Qualität der Leinwand von Gemälden diskutieren und uns endlich mal auf Werk und deren Bedeutung und Wirkung konzentrieren? Das macht ihr sonst so gut! Doch euch entgehen ganze Spielewelten – und meiner Meinung nach aus Motiven, die eurem ansonsten kritischen und offenen Umgang mit dem Kulturgut Videospiel nicht gerecht werden.

  2. Ich finde, da habt ihr doch einen guten Ersatz für diese Sendung entdeckt! Ein für mich eine spannende Ausgabe, gerade die beiden Aspekte von Marktwirtschaft und Eskapismus habe ich faszinierend gefunden.
    Als Feedback zum neuen Konzept: Mir hat es mit verlässlicherer Struktur besser gefallen. Die Presseschau sollte auf jeden Fall beibehalten werden, egal in welcher Form. Das Thema der Woche ebenso. Danke dafür also schon einmal. Allerdings fehlte mir in dieser Sendung die Struktur. Hin und wieder habt ihr euch wiederholt auf einen der vorherigen Artikel berufen. Auf mich, mit quasi keiner Erfahrung im Bereich der Game Studies, wirkte das verwirrend. Das Quiz rauszunehmen begrüße ich. Zwar waren da auch schon interessante Dinge dabei, aber es tut der Gesamtlänge des Podcasts gut und ihr könnt euch mehr auf relevante Themen und Argumente konzentrieren.

    Warum überhaupt das Konzept so stark verändern? Ich habe Stefans Motivation dafür noch immer nicht verstanden.

    Ich jedenfalls plädiere für Intro/aktuelle Spiele, Presseschau, Thema der Woche, Abschluss.
    Ich glaube auch, es ist ganz gut, dass ihr den Song der Woche aus der Sendung genommen habt. Ich finde die Idee, mit einem Song abzuschließen zwar absolut nachvollziehbar und begrüßenswert – aber leider scheint die tolle Idee nicht aufgegangen zu sein, so oft wie Stefan beklagt hat, dass ihm niemand Songs schickt.

    Abschließend noch eine Bitte: Könnt ihr es nicht so einrichten, dass bei Anklicken der Shownotes ein neuer Tab geöffnet wird? Ich vermute, ich bin nicht der einzige, der schon einmal während der Sendung auf einen der interessanten Artikel geklickt hat, dann weitergeleitet wird und schließlich zurückgehen und die exakte Stelle raussuchen muss, aus der ich hinausgeworfen wurde. Ich begrüße außerdem den Vorschlag eines Hörers vor einer Weile, Sprungmarken einzuführen – sofern ihr den Podcast wieder stärker strukturieren möchtet.

    Liebe Grüße und vielen Dank für euren tollen Podcast
    JJ

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