Pixeldiskurs-Podcast #10 – Braucht unser Podcast neue Moderatoren?

Beharrlich predigt Stefan den kulturkritischen Diskurs. Und so möchten wir uns ehrlich machen und kritisch gegenüber uns selbst sein. Diese Episode ist keine Glanzleistung. Eigentlich wollten wir über Humor in Games sprechen, aber so richtig zum Thema sind wir nicht gekommen. Dafür gibt es aber viel interessantes Geplauder drumherum. Und die wahrscheinlich skurrilste musikalische Untermalung.

 

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Shownotes:

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Über Stefan Heinrich Simond

Stefan Heinrich Simond (shs) arbeitet am Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg, bereitet eifrig seine Promotion vor und studiert nebenher im Master Philosophie. Er ist nicht nur Musiker und Autor, sondern verachtet auch leidenschaftlich Videospiele – jeden Sonntag im Pixeldiskurs-Podcast.

2 comments

  1. Hi. Ich bin der, der sich Eurer Meinung nach zum Horst gemacht hat. Ich mache seit 25 Jahren Games, ich begleite den kulturhistorischen Diskurs seit derselben Zeit – und Eure Meinung, dass man einfach wachsen lassen soll in allen Ehren, aber ich würde gerne noch erleben, dass das Spiel wirklich auf Augenhöhe mit Musik, bildender oder erzählender Kunst betrachtet wird.

    Ja, wir können noch weitere 30 Jahre warten, bis der letzte von Kohls Kulturfeldwebeln in Rente gegangen ist. Aber solange wird sich das Spiel mit Verlogenheit und hochkultureller Ranküne herumschlagen müssen – und darunter in seiner Entwicklung leiden.

    Ihr könnt Euch auch gerne lächerlich machen über meine Aussage, dass Spiele heute die Kunstform sind, die den Menschen am meisten zu sagen haben. Aber welche liefert den mehr ab? Die Malerei oder Bildhauerei findet in exklusiven Zirkeln und einem Markt statt, dem es vor allem um Geldanlage geht. Ins Theater geht kaum jemand mehr (was schade und faslch ist). Das Kino erstickt in Sequels, echte Literatur wird im breiten Rahmen kaum mehr verhandelt.

    Welche Kunstform also hat heutzutage mehr Breitenwirkung – und eben nicht nur aus den Blockbusterformaten heraus? Also: welche Kunstform erreicht heute mehr Menschen (und ich habe nie und werde auch nie davon schreiben, dass eine „besser“ wäre als die andere)? Und wenn es eine solche dann nicht gibt: Wieso ist es dann kein gutes Argument, die Damen und Herren Kulturjournalisten darauf hinzuweisen, dass Sie sich da gerade der Kulturdiskussion gegenüber fahrlässig weil ignorant verhalten?

    Es wäre auch nett gewesen zu erwähnen, an wen ich mich mit meiner Forderung, den Arsch vom Klavierhocker zu heben, wende.

    Ist ein schöner Blog, den Ihr da habt, aber Ihr solltet aufpassen, Euch nicht aus der Kurve tragen zu lassen und argumentativ sauber zu bleiben. Wenn man in Ausschnitten zitiert, sollte man den Zusammenhang korrekt einordnen, damit der Zuhörer nicht in die Irre geleitet wird.

    Grüße in mein altes Studentenstädtchen!

    1. Wir möchten uns gar nicht lustig machen über irgendeinen deiner Punkte. Wie das in einem Podcast eben so ist: manchmal ist die Stimmung etwas heiterer und manchmal etwas ernster. Das bedeutet aber nicht, dass wir deine Argumente nicht ernst nehmen. Gerade deshalb war es mir auch wichtig, zu betonen, dass ich deinem Appell im Grunde zustimme. Wenn mir dein Blogeintrag als albern und doof erschienen wäre, hätte ich ihn nicht mit in die Presseschau genommen. Ich finde aber im Gegenteil, dass er Aufmerksamkeit verdient und diskutiert werden sollte.

      Zum Manifest: Ich verstehe die Position, dass sich schnellstmöglich etwas ändern solle. Aber mir scheint als seien Games schon zu sehr in den kulturellen Diskurs vorgedrungen. Für einen solchen Kraftakt sehe ich keine Notwendigkeit. Stattdessen lautet mein Vorschlag, Games so zu behandeln, wie wir uns wünschen, dass sie auch von anderen behandelt werden sollen. Und es wird weiterhin Produktrezensionen zu Games geben und das ist auch vollkommen in Ordnung. Aber es ist daneben gerade im Moment eine kreativere Form der Auseinandersetzung mit Games im Entstehen und das Feuilleton wird früher oder später in das Gepräch einsteigen müssen. Ich sehe einfach nicht, was durch ein solches Manifest gewonnen wäre.

      Wenn du sagst, „Spiele haben den Menschen heute am meisten zu sagen“, dann steckt darin ja eine Vergleichsrelation. ‚Am meisten‘ also mehr als alle anderen Kunstformen. Und du führst den Vergleich ja auch augenblicklich aus, aber ich finde ihn problematisch. Denn wir sehen die standardisierten Blockbusterproduktionen in Games wie in Filmen. Und wir sehen die Kunstspiele und die Serious Games die am Rande der Aufmerksamkeit vor sich hin existieren und nur selten für einen Moment ins Schlaglicht tauchen. Aber wir sollten einen solchen Vergleich nicht anstellen und ihn vor allem nicht am Medium festmachen. Ich weiß nämlich nicht, was ‚Spiele an sich‘ sind. Wenn ich eine Vivaldi-Oper höre, sagt mir das vielleicht mehr als No Man’s Sky.
      Wir sollten auch nicht die Bedeutung einer Kunstform für die gegenwärtige Gesellschaft anhand ihrer Breitenwirkung allein festmachen. Damit wäre die Gleichung impliziert, dass Marktkonformität gleich gesellschaftliche Bedeutung ist. Und dem stimmen wir vermutlich beide nicht zu.

      Wir werden uns künftig bemühen, die Zitate klarer einzuordnen. In einem Audio-Format ist das manchmal ungemein schwerer als in einem geschriebenen Text, den man auch eben nochmal korrekturlesen kann.

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