Pixelmonat Mai 2015

Um unsere monatliche Rundschau perspektivisch möglichst vielfältig zu halten, wird diese in jeder Ausgabe von einem anderen Autor betreut. Diesen Monat trägt Alex für euch zusammen, was der Mai zu bieten hatte. Es folgt ein bunter Mischmasch an Themen, zunächst jedoch ein paar News!

Es gibt Neuigkeiten aus der Universität Bayreuth. Zum einen startet dort dieses Wintersemester der Master-Studiengang Computerspielwissenschaften, wie Galileo enthusiastisch berichtete. Zückt also die Kugelschreiber, Bewerbungen werden bis Mitte Juli angenommen. Zum anderen ist in der ZDF-Mediathek ein Beitrag zu eSport an der Uni Bayreuth zu finden. Die Idee finden wir klasse und hoffen, dass sie sich verbreitet!


Diesen Monat können sich auch Technikbegeisterte freuen, denn die Spezifikationen der Oculus Rift Consumer-Version wurden auf dem offiziellen Blog veröffentlicht. Während sich die einen dem Vergleich mit Steam VR widmen, sehen andere bereits die Pornobrille kommen. Um die Immersion noch weiter zu treiben, versuchen sich die Gründer hinter dem Projekt THE VOID an einer komplett begehbaren Spielwelt – in einem Lagerhaus, mit VR-Brille und diversen anderen Utensilien. Über diese „gesunde Portion Größenwahn“ lest ihr hier.


Mit der Technik protzt auch EA Sports, denn für FIFA 2016 sei diese nun endlich „in der Lage […], Frauen authentisch darzustellen“. Unglaublich, wie weit die Technik gekommen ist! Trotz fragwürdiger Begründung ist die Repräsentation von Frauenfußball eine feine Ergänzung und soll dem Männerfußball in Nichts nachstehen.


Wie euch letzten Monat bereits Kevin berichtete, ist das Projekt Silent Hills offiziell eingestellt. Schnell folgte jedoch die nächste, herzzerreißende Meldung: P.T. soll aus dem Playstation Store entfernt werden. Wer den playable teaser also bisher nicht heruntergeladen hat, wird ihn auch in Zukunft nicht spielen können. Recht kostspielige Angebote auf eBay, bei denen man Konsolen mit installierter Demo erstehen konnte, wurden inzwischen ebenfalls entfernt, wie Kotaku berichtete. Allmählich entwickelt sich das hochgelobte P.T. zu einem Mythos der Spielegeschichte. Nick Robinson schreibt auf Polygon, warum wir unseren Kindern die wildesten Geschichten darüber erzählen werden.


Mit Ende des Monats rückt die Veröffentlichung des Spiels Hatred näher, gleichzeitig wird die Diskussion um die exzessive Gewaltdarstellung des Spiels konstruktiver. Auf The Escapist erörtert Shamus Young am Beispiel seines Sohnes, warum die Ausübung von Gewalt in spielerischer Form einer Katharsis gleichkommen, aber diesen Effekt auch massiv verfehlen kann.

Auch die Produzenten der Webserie Extra Credits suchen einen Ansatz der Abgrenzung zwischen Hatred und anderen, gewaltvollen Spielen. Die Unterscheidung zwischen Gewalt und Sadismus erscheint zunächst etwas vage, wird im folgenden Video jedoch ausführlich erklärt:


Der Einfluss von digitalen Spielen auf unsere Gesellschaft wächst stetig. Mehrere Artikel dieses Monats beschäftigen sich besonders mit dem Einfluss auf unseren Alltag und unsere Lebensweise. Ben Kuchera widmet sich auf Polygon einer pädagogischen Betrachung aus Sicht eines Elternteils und räumt mit mancher Erziehungsmethode zur Limitierung der Spielzeit auf.

Auf gamespilot nähert sich Artikelautor Dom Schott aus mehreren Perspektiven der Frage, ob Videospiele Triggerwarnungen brauchen und begibt sich in ein noch weitgehend unbeachtetes Feld. Inhaltswarnungen sind in Online-Netzwerken wie Tumblr bereits Alltag und werden rege diskutiert.

Einen Schritt weiter geht Liana Kerzner auf The Escapist in ihrer mehrteiligen Reihe „Trauma, Healing, and Gaming“. Dabei geht es ihr nicht nur darum, auf die Funktion von Triggerwarnungen aufmerksam zu machen, sondern besonders auch um die Darstellung von Traumata in Videospielen sowie den möglichen Heilungsprozess durch Videospiele bzw. deren Technik.


The Secret of Monkey Island, Grim Fandango oder das kürzlich mit den zweiten Akt vollendete Kickstarter-Projekt Broken Age – Tim Schafer ist wohl einer der bekanntesten Spieleentwickler unserer Zeit. Auf Polygon findet sich diesen Monat ein ausführliches Porträt zu seinen Anfängen und Inspirationen, aber auch Adventure-Spiele und das Geschichtenerzählen sind Thema.

Werden dem Adventure doch zumeist sehr gelungene Geschichten zugesprochen, fragt sich Leigh Alexander von Offworld, warum Geschichten in Videospielen eigentlich so schlecht sind. Was zunächst kontrovers klingt, entpuppt sich schnell als interessante Diskussion des Verhältnisses von Spiel zu Narration und den Anforderungen an Autorinnen und Autoren einer interaktiven Geschichte.


Pixel Art ist für Spieleprojekte mit eng begenztem Budget schon längst gang und gäbe, Veröffentlichungen im pixelklumpigen Stil finden sich regelmäßig. In einem Videobeitrag von Level UB geht es jedoch nicht um das digitale Format, sondern um Pixel auf Leinwänden:


Wie man mit wenig finanziellen Mitteln einem Spieletraum nachgeht? Das berichtet die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel über das Münchener Start-Up Fairytale Distillery.


Zwei Beiträge zum Ludum Dare 32 haben besonders unsere Aufmerksamkeit erregt. Sebastian Standkes Artikel auf Superlevel geben nicht nur Links zu The Reviewer und Eurovision: world domination through the power of song, sondern auch Einschätzungen zweier Spiele, die Kritik und Satire in Spielform anbieten.


Zum Abschluss noch ein Reihen-Tipp: Auf VideoGameTourism steht dieser Monat im Sinne der Souls-Reihe bzw. der Spiele von From Software seit Demon‘s Souls – von diesen schlug zuletzt Bloodborne einige Wellen. Joe Köllers Artikel über Tod und Pest in Dark Souls ist nicht nur eine treffende Beschreibung des Spielgefühls, sondern mit Querverweisen versetzt, die der Spielwelt und Geschichte mehr Tiefe verleihen. Alle weiteren Beiträge der Reihe finden sich unter deren Tag Spiel des Monats.

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Über Alexander Henß

Alexander Henß (ah) studiert den M.A. Medien und kulturelle Praxis an der Philipps-Universität Marburg und erfüllt aktuell die Rolle des Chefredakteurs für pixeldiskurs.de. Er mag digitale Spiele und gute Geschichten sehr und hat deshalb sein persönliches Pendant zu Romanen in Visual Novels gefunden. Überhaupt schaut er sich aber gerne mal alles an, mag dann auch manches, stellt Thesen auf und sammelt Eindrücke.

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